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Handyversicherung: sinnvoll oder Geldverschwendung?

Handyversicherung in aller Kürze

  • Für die meisten lohnt sich eine Handyversicherung nicht.
  • Greife lieber zu einer guten Schutzfolie und Hülle.
  • Sie deckt vor allem selbst verursachte Schäden wie Sturz, Displaybruch oder Wasserschaden ab.
  • Eine Handyversicherung kostet grob zehn bis dreißig Prozent des Kaufpreises pro Jahr, dazu kommt im Schadenfall noch die Selbstbeteiligung.

IM ÜBERBLICK

Was ist eine Handyversicherung und wie funktioniert sie?

Eine Handyversicherung – teilweise auch auch Geräte- oder Elektronikversicherung genannt – ist eine freiwillige Zusatzversicherung, die Dein Smartphone gegen Schäden absichert, die Garantie und Gewährleistung nicht abdecken. Sie ist also vor allem für selbst verursachte Missgeschicke wie einen Sturz, einen Displaybruch oder einen Wasserschaden zuständig. Diebstahl lässt sich meist zusätzlich mitversichern.
Gegen einen festen Beitrag über meist 12 bis 24 Monate Laufzeit bekommst Du im Schadensfall Dein Gerät repariert oder ersetzt, abzüglich einer Selbstbeteiligung. Wichtig zu wissen ist, dass dabei in der Regel nicht der Neupreis erstattet wird, sondern der aktuelle Zeitwert Deines Handys. Genau dieser Punkt entscheidet später, ob sich eine Handyversicherung für Dich überhaupt rechnet.

Welche Schäden deckt eine Handyversicherung ab?

Welche Schäden abgedeckt sind, hängt von Deinem Tarif ab. Die meisten Handyversicherungen leisten aber bei diesen typischen Fällen:

  • Bruch- und Sturzschäden
  • Wasser- und Feuchtigkeitsschäden
  • Überspannungsschäden beim Laden
  • Feuer- und Brandschäden
  • Bedienfehler
  • Vandalismus

Wann greift eine Handyversicherung nicht?

Selbst wenn ein Schaden grundsätzlich zum Leistungsumfang passt, gibt es zahlreiche Situationen, in denen die Versicherung nicht zahlt. Hinzu kommt, dass Du im Schadensfall oft nachweisen musst, Dein Gerät sicher mitgeführt zu haben, was im Alltag gar nicht so leicht ist.

Grobe Fahrlässigkeit:
Lässt Du Dein Handy unbeaufsichtigt liegen oder fallen, verletzt Du Deine Sorgfaltspflicht. Das gilt meist als Fahrlässigkeit und ist nicht versichert.

Diebstahl ohne Zusatzversicherung:
Diebstahl ist nur mitversichert, wenn Du ihn ausdrücklich eingeschlossen hast. Taschendiebstahl bleibt zudem häufig ganz außen vor.

Diebstahl zu bestimmten Uhrzeiten:
Manche Tarife enthalten sogenannte Nachtklauseln, die nur Diebstähle zwischen 6 und 22 Uhr erstatten.

Schäden, für die andere Versicherungen zuständig ist:
Wenn beispielsweise Dein Smartphone aus der Wohnung gestohlen wird, greift Deine Hausratversicherung.

Ist eine Handyversicherung sinnvoll?

Für die meisten Menschen lohnt sich eine Handyversicherung nicht. Das liegt vor allem an der Rechnung dahinter. Der Beitrag liegt grob bei zehn Prozent des Kaufpreises pro Jahr, dazu kommt im Schadensfall die Selbstbeteiligung. Gleichzeitig erstattet die Versicherung nur den Zeitwert, und der sinkt bei Smartphones rasch. Nach einer Auswertung des Ankaufportals BankMyCell verlieren Handys je nach Modell schon im ersten Jahr grob 15 bis 30 Prozent an Wert. Je später oder kleiner ein Schaden ausfällt, desto größer wird die Gefahr, dass Du über die gesamte Laufzeit mehr an Beiträgen zahlst oder sogar ein Minusgeschäft machst.
Sinnvoll kann eine Handyversicherung jedoch sein, wenn Du Dein Handy beruflich stark beanspruchst oder es stark sturz- und verlustgefährdet ist. Bei einem älteren oder günstigen Smartphone und einem eher achtsamen Umgang überwiegen dagegen meist die Kosten.

Schutzfolie & Hülle sind oft die bessere Wahl

Häufig ist die günstigere und wirksamere Alternative schlicht guter Schutz. Der mit Abstand häufigste Schaden ist der Displaybruch, und genau den verhindern eine hochwertige Panzerglasfolie und eine passende Hülle sehr zuverlässig. Für einen einmaligen, meist niedrigen zweistelligen Betrag schützt Du Dein Handy oft besser, als eine Versicherung es über die Laufzeit könnte.

Eine kurze Frage

Warum mehrere hundert oder über tausend Euro für ein neues Smartphone ausgeben und dann zur günstigsten Folie aus dem Netz greifen?
Beim Schutz des teuersten Alltagsgegenstands, den die meisten von uns mit sich herumtragen, am falschen Ende zu sparen, kann sich schnell rächen. Wer hier von Anfang an ein paar Euro mehr in die Hand nimmt, braucht über eine Versicherung in vielen Fällen gar nicht erst nachzudenken.

Was kostet eine Handyversicherung monatlich?

Einen festen, allgemeingültigen Monatspreis gibt es nicht. Die Beiträge hängen stark vom Gerät und vom Tarif ab. Als grobe Orientierung kannst Du laut Verbraucherschutzzentrale mit rund zehn bis dreißig Prozent des Kaufpreises pro Jahr rechnen, je nach Neuwert und Leistungsumfang. Für ein Smartphone, das 1.000 Euro gekostet hat, bedeutet das inklusive Diebstahlschutz häufig etwa 100 Euro im Jahr, also grob 8 Euro im Monat. Ohne Diebstahlschutz liegen die Beiträge meist etwas niedriger.

Wie viel Du am Ende zahlst, beeinflussen vor allem diese Faktoren:

  • Gerätewert und Modell – weil sie die möglichen Reparaturkosten bestimmen
  • Laufzeit – denn kurze Verträge sind im Verhältnis oft teurer
  • Versicherer und Tarif – da Beiträge und Leistungen stark variieren
  • Diebstahlschutz – der als Zusatzbaustein extra kostet
  • Höhe der Selbstbeteiligung – die Du im Schadensfall zusätzlich selbst trägst

Unser Tipp: Die Selbstbeteiligung ist ein wichtiger Punkt, den viele beim Preisvergleich übersehen. Sie liegt häufig noch einmal bei rund zehn Prozent des Kaufpreises. Manche Anbieter verzichten darauf, verlangen dafür aber spürbar höhere Beiträge. Für einen echten Kostenvergleich solltest Du deshalb nie nur auf den monatlichen Beitrag schauen, sondern Beitrag, Laufzeit und Selbstbeteiligung zusammen betrachten.

Handyversicherung vs. Hausratversicherung – was ist der Unterschied?

Viele wissen nicht, dass ihr Handy in bestimmten Fällen längst über die Hausratversicherung abgesichert ist. Die beiden Versicherungen setzen aber an unterschiedlichen Stellen an. Vereinfacht gesagt springt die eine bei Schäden durch äußere Ereignisse ein, die andere bei selbst verursachten Missgeschicken.

HausratversicherungHandyversicherung
GrundprinzipSchützt vor äußeren EreignissenSchützt vor selbst verursachten Schäden
Typische FälleEinbruchdiebstahl, Raub, BrandSturz, Displaybruch, Wasserschaden
ErstattungIn der Regel NeuwertIn der Regel Zeitwert

Ob ein konkreter Schaden abgedeckt ist, hängt am Ende wie immer von Deinem gewählten Versicherungspaket ab. Bevor Du über eine zusätzliche Handyversicherung nachdenkst, lohnt sich deshalb der Blick in Deine bestehende Hausratpolice. Möglicherweise sind die für Dich wichtigsten Risiken bereits abgedeckt.

Wie funktioniert die Schadensabwicklung?

Der genaue Ablauf hängt vom Anbieter ab, folgt aber meist diesem Muster:

  1. Schaden melden: in der Regel online, per App oder telefonisch, oft innerhalb einer vorgegebenen Frist.
  2. Nachweise einreichen: typischerweise den Kaufbeleg, bei Diebstahl zusätzlich eine polizeiliche Anzeige und den Nachweis über die gesperrte SIM-Karte.
  3. Prüfung durch den Versicherer: Der entscheidet, ob der Fall gedeckt ist und ob sich eine Reparatur lohnt oder ein Ersatzgerät sinnvoller ist.
  4. Selbstbeteiligung zahlen: diese fällt pro Schadensfall an.
  5. Reparatur oder Ersatz erhalten: Übersteigen die Reparaturkosten den Zeitwert, wird stattdessen meist der Zeitwert erstattet, abzüglich der Selbstbeteiligung.

Fazit: Worauf Du beim Abschluss achten solltest

  • Der Basisschutz: Bevor Du eine Versicherung abschließt, prüfe, ob Dein Handy mit Panzerglasfolie und Hülle bereits ausreichend gut geschützt ist.
  • Neuwert oder Zeitwert: Achte darauf, ob im Schadensfall der Neuwert oder nur der Zeitwert erstattet wird.
  • Höhe der Selbstbeteiligung: Rechne den Eigenanteil pro Schadensfall in die Gesamtkosten ein, nicht nur den monatlichen Beitrag.
  • Leistungsumfang und Ausschlüsse: Lies genau, welche Schäden abgedeckt sind, ob Diebstahl enthalten ist und ob Klauseln wie eine Nachtklausel den Schutz einschränken.
  • Laufzeit und Kündigung: Kurze Laufzeiten sind flexibler, im Verhältnis aber oft teurer. Achte auch auf die Kündigungsfristen.
  • Widerrufsrecht: Nach dem Abschluss hast Du 14 Tage Zeit, den Vertrag zu widerrufen, falls Du es Dir anders überlegst.

Häufig gestellte Fragen

Handle möglichst schnell. Lass Deine SIM-Karte sperren und zeige den Diebstahl bei der örtlichen Polizei an. Lass Dir unbedingt das Aktenzeichen geben, denn diesen Nachweis brauchst Du für eine mögliche Erstattung. Praktisch ist außerdem, wenn Du die IMEI-Nummer Deines Geräts notiert hast und es sich per Ortungsdienst sperren oder löschen lässt. Ob Du Geld zurückbekommst, hängt davon ab, ob Diebstahl mitversichert ist oder Deine Hausratversicherung im Ausland greift.

Eher nicht. Am besten versicherst Du ein Gerät möglichst früh, denn viele Versicherer setzen ein maximales Gerätealter voraus. Bei manchen Tarifen darf das Handy zum Beispiel nicht älter als sechs Monate sein.

Nicht grundsätzlich. Die Schutzpakete der Hersteller sind kostenpflichtig und in der Regel ähnlich teuer wie herkömmliche Handyversicherungen. Auch hier fällt im Schadensfall meist eine Selbstbeteiligung an, und selbst verursachte Schäden oder Verlust sind je nach Paket nicht automatisch vollständig abgedeckt. Es lohnt sich also derselbe Kosten-Nutzen-Vergleich wie bei jeder anderen Police.

Nein. In vielen Fällen bleiben Dir nach dem Kauf noch einige Tage Zeit, sodass Du nicht sofort im Laden zuschlagen musst. Mehrere Monate solltest Du bestenfalls nicht warten.

Du kannst den Vertrag innerhalb der gesetzlichen Frist von 14 Tagen widerrufen. Danach bist Du an die vereinbarte Laufzeit und die jeweilige Kündigungsfrist gebunden.

Pauschal lässt sich das nicht sagen, weil der Preis vom Wert Deines Geräts und vom gewählten Tarif abhängt. Als grobe Richtgröße bewegen sich die Beiträge zwischen zehn und dreißig Prozent des Kaufpreises pro Jahr.

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