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Austauschbarer Akku: Bekommt Dein Handy jetzt ein zweites Leben?

Austauschbare Akkus in aller Kürze

  • Ab dem 18. Februar 2027 schreibt die EU-Batterieverordnung vor, dass sich Akkus in Smartphones leicht austauschen lassen müssen.
  • Für den Wechsel soll ein handelsüblicher Schraubendreher reichen. Kleber, Hitze und Lösungsmittel sind tabu.
  • Hersteller müssen Ersatzakkus mindestens fünf Jahre nach Verkaufsende anbieten und eine Anleitung dauerhaft online zur Verfügung stellen.
  • Ausgenommen sind Smartphones mit besonders langlebigem Akku und mindestens IP67-Schutz. Viele aktuelle Geräte erfüllen das schon.
  • Ein austauschbarer Akku verlängert die Lebensdauer des Handys deutlich.

IM ÜBERBLICK

Warum wird es wieder Smartphones mit austauschbaren Akkus geben?

Ein austauschbarer Akku soll die Lebensdauer von Smartphones erhöhen. Denn oft ist es nur der schwächelnde Akku, der ein ansonsten gut funktionierendes Handy unbrauchbar macht. So entsteht unnötig viel teurer und umweltschädlicher Elektroschrott.
Deshalb hat die EU 2023 die Europäische Batterieverordnung beschlossen. Sie schreibt vor, dass sich Akkus in mobilen Geräten wie Smartphones, Tablets oder Laptops leicht austauschen lassen müssen. Ab dem 18. Februar 2027 gilt diese Pflicht für die Hersteller.

Was die neue EU-Regel für Deinen Akku bedeutet

Hersteller müssen ihre Geräte so bauen, dass Du den Akku während der gesamten Lebensdauer leicht herausnehmen und ersetzen kannst. Für Dich heißt das konkret:

Normales Werkzeug reicht
Ein handelsüblicher Schraubendreher soll genügen. Ist doch ein spezielles Werkzeug nötig, muss der Hersteller es Dir kostenlos zur Verfügung stellen.

Kein Kleber, keine Hitze
Für den Wechsel darfst Du weder Hitze noch Lösungsmittel brauchen. Festgeklebte Akkus, die sich nur so lösen lassen, sind damit tabu.

Ersatzakkus bleiben erhältlich
Passende Akkus muss es noch mindestens fünf Jahre nach dem Verkaufsende geben und das zu einem angemessenen Preis. Auch Kleinteile wie Befestigungen, die sich beim Ausbau nicht wiederverwenden lassen, sollen als Ersatzteil verfügbar sein.

Anleitung inklusive
Der Hersteller muss verständlich erklären, wie Du den Akku sicher ausbaust und ersetzt. Diese Anleitung muss dauerhaft online abrufbar sein.

Was „Austauschbarer Akku“ bedeutet

Laut Europäischer Batterieverordnung heißt das: Du kannst den Akku Deines Handys selbst herausnehmen und durch einen neuen ersetzen und zwar mit normalem Werkzeug. Der Akku muss sich herausnehmen lassen können, ohne dass Dein Handy dabei beschädigt werden oder kaputt gehen kann.

Austauschbarer Akku: Was hast Du davon?

Schwächelt der Akku Deines Handys, sollst Du ihn künftig einfach selbst austauschen können. Den Weg zum Elektromarkt oder in die Werkstatt kannst Du Dir dann sparen. Das lohnt sich, denn bei alternden Geräten macht meist zuerst der Akku schlapp. Mit einem neuen Akku kannst Du Dein Smartphone deutlich länger nutzen.

Muss jedes Smartphone ab 2027 einen austauschbaren Akku haben?

Nein, Smartphones die bestimmte Ökodesign-Anforderungen erfüllen, werden von der Verpflichtung ausgenommen.
Aktuelle High-End Smartphones und viele Mittelklassehandys erfüllen diese Anforderungen schon heute:

Der Akku hält lange durch
Nach 500 vollständigen Ladevorgängen hat er noch mindestens 83 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität, nach 1.000 Ladevorgängen noch mindestens 80 Prozent.

Das Handy ist gut geschützt
Es erfüllt mindestens die Schutzklasse IP67, ist also staubdicht und übersteht auch kurzes Untertauchen im Wasser.

IP67 – Was beutet es?

Die Abkürzung „IP“ steht für „International Protection“ und verrät Dir, wie gut Dein Handy gegen Staub, Sand und Wasser geschützt ist. Die Kennzeichnung besteht immer aus den Buchstaben IP und zwei Ziffern. Je höher die Zahlen, desto besser der Schutz.

  • Erste Ziffer (0 bis 6): Gibt an, wie die Elektronik gegen Staub und Schmutz geschützt ist.
  • Zweite Ziffer (0 bis 9): Gibt an, wie die Elektronik vor Feuchtigkeit und Wasser geschützt ist.

Wirst Du bei allen Herstellern Handys mit austauschbarem Akku finden?

Wahrscheinlich nicht. Ob bekannte Marken künftig Smartphones mit austauschbaren Akkus herstellen, bleibt abzuwarten. Durch die Ausnahme für besonders langlebige und gut geschützte Geräte, werden Apple, Samsung und Co. wahrscheinlich gar nicht erst auf austauschbare Akkus umsteigen. Denn die meisten ihrer Neuerscheinungen erfüllen die Kriterien schon.
Hersteller müssen aber jetzt entscheiden, ob sie ein austauschbaren Akku verbauen, oder Ladezyklen und Wasserschutz verbessern wollen.
Gut zu wissen: Auch fest verklebte Akkus müssen austauschbar sein und sich wechseln lassen. Allerdings in einer Fachwerkstatt statt bei Dir zu Hause.

Welche Geräte haben einen austauschbaren Akku?

Smartphones mit Wechselakku sind heute deutlich seltener als noch vor einigen Jahren. Willst Du nicht noch warten, bis die Europäische Batterieverordnung greift, kannst Du schon jetzt auf ein paar Hersteller zurückgreifen.
Meistens haben die Geräte aber einen klaren Schwerpunkt: Entweder sind sie besonders robust für draußen oder sie sind darauf ausgelegt, möglichst lange zu halten und leicht reparierbar zu sein.

  • Fairphone
  • Samsung

Geht es um reparierbare Handys, ist Fairphone wohl der bekannteste Name. Hier steht nicht im Vordergrund, möglichst robust zu sein, sondern dass Du Dein Handy möglichst lange nutzen kannst und immer Ersatzteile bekommst. Das Fairphone 6 soll zum Beispiel bis 2033 mit Software- und Sicherheitsupdates versorgt werden. Neben einem neuen Akku, bekommst Du auch Gehäuse, Kameras oder Displays, um Dein Gerät selbst zu reparieren.

Die XCover-Reihe ist Samsungs Handy mit austauschbarem Akku. Hier steht nicht die Reparierbarkeit, sondern die Robustheit im Mittelpunkt. Die Handys sind für draußen und den harten Arbeitsalltag, etwa auf der Baustelle, gemacht. Sie sind nach IP68 wasser- und staubdicht und überstehen dank Militärstandard MIL-STD 810H auch Stürze aus größerer Höhe. Den Akku kannst Du trotzdem ganz einfach selbst wechseln.

Wechselakku oder fest verbaut – Was ist besser?

In den letzten Jahren haben sich fest verbaute Akkus durchgesetzt. Schlanke, moderne Designs und wasserdichte Geräte wurden so zum Standard. Doch wieso sollen Wechselakkus jetzt Pflicht werden?

Der Akku altert
Jeder Akku verliert mit der Zeit an Kapazität. Nach ein paar Jahren hält Dein Handy oft nur noch einen halben Tag durch. Kannst Du den Akku günstig und selbst tauschen, fühlt sich Dein Smartphone wieder fast wie neu an und Du kannst es deutlich länger nutzen.

Einfacher Tausch
Ein verbrauchter Akku lässt sich bei entsprechenden Modellen ohne Besuch bei einer Werkstatt ersetzen. Ein neuer Akku kostet je nach Hersteller etwa 20 bis 40 Euro.

Besser für die Umwelt
Fest verbaute Akkus lassen sich nur mit besonderen Werkzeugen oder in Fachwerkstätten wechseln. Anstatt die teure Reparatur zu zahlen, werden die Geräte oft nur wegen des defekten Akkus entsorgt. Tauschst Du ihn selbst, sparst Du Dir den Neukauf und es entsteht weniger Elektroschrott.

Rundum reparierbar
Reparierbare Designs machen es möglich, wichtige Komponenten wie Akku, Display oder Kameras selbst auszutauschen und die Lebensdauer des Smartphones zu verlängern.

Ersatzakku
Bei einem fest verbauten Akku bist Du auf Steckdose oder Powerbank angewiesen, wenn der Saft ausgeht. Mit einem Ersatzakku packst Du einfach einen zweiten ein und tauschst ihn in Sekunden aus, praktisch auf Reisen, beim Wandern oder auf Festivals.

Wechselbarer Akku: Das sind die Nachteile

Keine Top-Geräte
Top-Smartphones mit Wechselakku gibt es derzeit nicht.

Keine Top-Leistung
Die Geräte sind meist nicht besonders leistungsstark und Display oder Kameras sind nicht auf dem aller neuesten Stand. Für Alltag und Messenger reicht es allemal, für Gaming oder Top-Fotos eher nicht.

Weniger Wasser- und Staubschutz
Außer bei speziellen Outdoor-Modellen ist der Staub- und Wasserschutz oft eingeschränkt. – Ein reparierbares Design schließt eine sehr gute IP-Zertifizierung aber nicht automatisch aus.

Kleine Auswahl
Aktuell bieten kaum Hersteller solche Geräte an. Das könnte sich zu 2027 aber ändern.

Fazit: Kommt der austauschbare Akku wirklich zurück?

Kommt der austauschbare Akku tatsächlich zurück? Das ist fraglich. Viele aktuelle High-End- und Mittelklasse-Smartphones erfüllen die Anforderungen an Akku-Langlebigkeit und IP67-Schutz schon heute und fallen damit unter die Ausnahme. Anders sieht es bei Geräten aus, die sich mit einer langen Akku-Lebensdauer oder einer hohen IP-Zertifizierung schwertun. Für sie ist denkbar, dass Hersteller eigene EU-Varianten mit wechselbarem Akku anbieten. Ein Beispiel sind Foldables, die oft keine IP68-Zertifizierung haben.

Spannender dürfte es bei Laptops, Tablets und Co. werden. Sie sind selten wasserdicht, hier könnte die Regel deutlich mehr bewirken.

Häufige Fragen zu Smartphones mit austauschbarem Akku

Ein wechselbarer Akku erschwert die Abdichtung des Gehäuses. Dadurch sind hohe IP-Schutzklassen schwieriger umzusetzen. Wasserschutz ist aber trotzdem möglich. – Das Fairphone 6 besitzt beispielsweise eine IP55-Zertifizierung.

Ja, Smartphones mit wechselbarem Akku können gegen Wasser und Staub geschützt sein. Ein vollständiger Wasserschutz mit hohen IP-Schutzklassen ist jedoch schwieriger umzusetzen, als bei Smartphones die einen fest verbauten Akku haben.

Fest verbaute Akkus ermöglichen kompaktere und schlankere Gehäuse und schaffen mehr Platz für die Akkukapazität. Außerdem lassen sich geschlossene Gehäuse leichter gegen Wasser und Staub abdichten. Wechselbare Akkus erfordern zusätzliche Bauteile wie Rückseiten, Kontakte oder Dichtungen.

Das hängt vom Smartphone ab. Bei Geräten wie Fairphone oder Samsung Galaxy XCover, die auf einen wechselbaren Akku ausgelegt sind, bleibt die IP-Zertifizierung erhalten. Musst Du ein Smartphone dagegen mit Hitze oder Lösungsmitteln öffnen, kann die Abdichtung beschädigt werden und der Wasserschutz verloren gehen.

Nein. Die neuen EU-Regeln verlangen nicht bei jedem technischen Gerät einen Akku, den Nutzer einfach selbst herausnehmen können. Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Austausch auch durch den Hersteller oder eine Fachwerkstatt erfolgen.

Schau am besten in die Angaben des Herstellers oder die Reparaturanleitung Deines Smartphones. Bei Modellen wie der Samsung-XCover-Serie oder Fairphone ist der Akku ausdrücklich für einen einfachen Austausch ausgelegt.

Ja. Auch fest verbaute Akkus können ausgetauscht werden. Dafür muss das Smartphone geöffnet werden, weshalb der Austausch meist aufwendiger ist und häufig von einer Fachwerkstatt durchgeführt werden muss.

Ein Smartphone-Akku hält je nach Nutzung und Qualität etwa 700 bis 1.500 Ladezyklen. Bei täglichem Laden entspricht das ungefähr zwei bis vier Jahren.

Ein Ersatzakku kostet je nach Hersteller und Modell etwa 20 € bis 40 €.

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