Faltbare Smartphones in aller Kürze
IM ÜBERBLICK
Was sind faltbare Smartphones und wie funktionieren sie?
Faltbare Smartphones, kurz Foldables, haben ein flexibles Display, das Du in der Mitte zusammenklappen kannst. So wechselst Du je nach Situation zwischen zwei Größen. Für unterwegs steckst Du ein kompaktes Gerät ein, zum Lesen, Arbeiten oder Serienschauen klappst Du es auf.
Das flexible Display besteht aus biegsamen OLED-Panels statt aus starrem Glas. Eine Deckschicht aus ultradünnem Glas oder Kunststoff schützt es und lässt sich trotzdem falten.
Das Scharnier führt das Display beim Zuklappen in einer weichen Kurve, damit kein scharfer Knick entsteht. Viele Scharniere halten in mehreren Winkeln. Dadurch kannst Du Dein Foldable halb aufgeklappt hinstellen, etwa für Videocalls oder Selfies.
Die Software erkennt, ob Dein Gerät auf- oder zugeklappt ist. Öffnest Du eine App auf dem Außendisplay und klappst das Handy dann auf, läuft sie auf dem großen Innendisplay weiter und nutzt die zusätzliche Fläche.
Flip, Fold oder Trifold: Welches Format passt zu Dir?
Bei Foldables haben sich zwei Formate durchgesetzt, dazu kommen mit den Trifolds Geräte für alle, die möglichst viel Bildschirm wollen. Welches Format zu Dir passt, hängt vor allem davon ab, wofür Du Dein Smartphone im Alltag nutzt.
Book-Style (Fold)
Flip
Trifold
Display zugeklappt: ca. 5,4 bis 6,5 Zoll
Display aufgeklappt: ca. 7,6 bis 8 Zoll
Stärken: Tablet-ähnliche Fläche zum Arbeiten und für Multitasking. Zugeklappt nutzt Du ein vollwertiges Smartphone.
Das solltest Du wissen: Dicker und schwerer als ein klassisches Smartphone. Preislich die obere Klasse.
Passt zu Dir, wenn: Du viel unterwegs arbeitest oder Filme und E-Books gern auf einem großen Display genießt.
Display zugeklappt: ca. 4 Zoll
Display aufgeklappt: ca. 6,9 bis 7 Zoll
Stärken: Passt zugeklappt in jede Hosentasche. Über das Außendisplay liest Du Nachrichten und machst Selfies mit der Hauptkamera.
Das solltest Du wissen: Aufgeklappt ein normales Smartphone, kein Tablet-Ersatz.
Passt zu Dir, wenn: Du ein kompaktes, leichtes Gerät suchst und vor allem Messaging und Social Media nutzt.
Display zugeklappt: Smartphone-Größe
Display aufgeklappt: über 10 Zoll
Stärken: Größte Bildschirmfläche aller Foldables. Unterwegs ersetzt es fast ein Tablet.
Das solltest Du wissen: In Deutschland kaum offiziell erhältlich. Zusammengeklappt dick und schwer, preislich weit über 2.000 Euro.
Passt zu Dir, wenn: Du neue Technik als Erster ausprobieren willst und für maximale Fläche Gewicht und Preis in Kauf nimmst.
Die besten faltbaren Smartphones 2026
2026 ist für Foldables ein Jahr mit vielen Neuheiten. Samsung startet mit der achten Generation und stellt dem Galaxy Z Fold8 und dem Z Flip8 erstmals ein Ultra-Modell zur Seite. Apple steigt mit dem iPhone Duo in den Markt ein, Google bringt mit dem Pixel 11 Pro Fold sein viertes faltbares Modell. Motorola bleibt seinem Erbe als Klapphandy-Pionier treu und führt das Design mit dem razr 70 ultra fort. Honor setzt mit dem Magic V6 auf ein besonders dünnes Modell im Book-Style-Format.
Das Samsung Galaxy Z Fold8 Ultra
Das Galaxy Z Fold8 Ultra ist Samsungs neues Spitzenmodell unter den Foldables. Es richtet sich an alle, die unterwegs möglichst viel Bildschirmfläche wollen, ohne bei Kamera und Leistung Abstriche zu machen. Zugeklappt nutzt Du es über das 6,5-Zoll-Außendisplay wie ein normales Smartphone, aufgeklappt hast Du Platz für Dokumente oder zwei Apps nebeneinander. Der Snapdragon 8 Elite Gen 5 for Galaxy liefert dafür reichlich Leistung, der 5.000-mAh-Akku hält laut Samsung bis zu 27 Stunden durch. Fotografierst Du gern, profitierst Du vom Teleobjektiv.
Das solltest Du wissen: Mit IP48 ist das Fold8 Ultra zwar wasserdicht, aber nicht komplett staubdicht versiegelt und einen S Pen unterstützt es nicht.
Wenn Du ein leichteres Foldable suchst, sieh Dir doch mal das Galaxy Z Fold8 an. Es wiegt 201 g und setzt auf ein breiteres Format mit 7,6-Zoll-Innendisplay. Dafür verzichtest Du auf das Teleobjektiv.
Das Apple iPhone Duo
Hinweis: Das iPhone Duo wurde am 9. September 2026 vorgestellt und kommt am 23. Oktober in den Handel. Unsere Einschätzung beruht auf den Herstellerangaben und ersten Eindrücken. Wie sich Akku, Falte und Scharnier im Alltag schlagen, lässt sich erst nach dem Marktstart verlässlich sagen.
Mit dem iPhone Duo bringt Apple sein erstes faltbares Smartphone auf den Markt. Es richtet sich an alle, die im Apple-System bleiben und trotzdem mehr Bildschirmfläche möchten. Zugeklappt ist das Außendisplay mit 5,4 Zoll etwa so groß wie beim früheren iPhone mini, aufgeklappt wird das Duo fast zum kleinen iPad. Angetrieben wird es vom A20 Pro, den auch das iPhone 18 Pro nutzt. Die Dual-Kamera mit zwei 48-MP-Sensoren kommt ohne Teleobjektiv aus. Aufladen kannst Du per Kabel oder kabellos über MagSafe und Qi2 mit bis zu 25 Watt.
Das solltest Du wissen: Mit 254 Gramm ist das iPhone Duo das schwerste Foldable im Vergleich. In der EU fehlt zum Start außerdem Siri AI.
Das Google Pixel 11 Pro Fold
Google setzt beim Pixel 11 Pro Fold auf langen Software-Support und ein robustes Gehäuse. Google garantiert sieben Jahre Updates, und als Pixel-Nutzer bekommst Du neue Android-Versionen in der Regel als Erstes. Anders als viele Foldables ist es nach IP68 auch gegen Staub geschützt, was zum Beispiel am Strand einen echten Unterschied macht. Gemini ist fest ins System integriert, der Tensor G6 mit 16 GB RAM sorgt für flüssiges Multitasking. Praktisch ist das magnetische kabellose Laden mit 25 Watt, über das Du auch MagSafe-Zubehör nutzen kannst.
Das solltest Du wissen: Mit 239 Gramm und 10,1 mm im zugeklappten Zustand ist es schwerer und dicker als die Samsung-Modelle.
Das Samsung Galaxy Z Flip8
Mit dem Galaxy Z Flip8 hast Du ein kompaktes Gerät für die Hosentasche, das sich vor allem für Messaging und Social Media eignet. Aufgeklappt hast Du ein vollwertiges 6,9-Zoll-Display, zugeklappt erledigst Du vieles direkt auf dem Außendisplay. Beim Fotografieren spielt der FlexCam-Modus seine Stärke aus. Stell das Flip8 halb aufgeklappt hin und nimm Selfies oder Videos mit der 50-MP-Hauptkamera auf, das Außendisplay dient Dir dabei als Sucher. Der 4.300-mAh-Akku schafft laut Samsung bis zu 31 Stunden Videowiedergabe, und Samsung garantiert sieben Jahre Updates.
Das solltest Du wissen: Mit 25 Watt lädt das Flip8 vergleichsweise langsam. Wie die anderen Samsung-Foldables ist es nach IP48 geschützt.
Das Motorola razr 70 Ultra
Das razr 70 ultra ist Motorolas aktuelles Top-Klapphandy und und bietet viel Ausdauer im kompakten Format. Mit 5.000 mAh hat es deutlich mehr Akku als das Galaxy Z Flip8 und lädt per Kabel mit bis zu 68 W, kabellos mit 30 W. Beide Displays laufen mit bis zu 165 Hz, dadurch wirkt die Darstellung auf dem 6,96-Zoll-Innendisplay besonders flüssig. Der Snapdragon 8 Elite mit 16 GB RAM bietet reichlich Leistung für Games und viele offene Apps. Optisch hebt sich das razr mit seinen besonderen Materialien deutlich von anderen Smartphones ab.
Das solltest Du wissen: Motorola garantiert nur drei neue Android-Versionen und vier Jahre Sicherheitsupdates.
Das Honor Magic V6
Beim Honor Magic V6 steht die Ausdauer im Mittelpunkt. Der Silizium-Kohlenstoff-Akku fasst trotz des schlanken Gehäuses 6.660 mAh und lädt mit 80 W per Kabel und 66 W kabellos, beides schneller als bei allen anderen Modellen im Vergleich. Das 7,95-Zoll-Innendisplay bietet viel Platz zum Arbeiten, das 6,52-Zoll-Außendisplay ist breit genug für die Nutzung im zugeklappten Zustand. Für Zoom-Aufnahmen steckt ein 64-MP-Periskop-Teleobjektiv in der Triple-Kamera. Dazu kommen sieben Jahre Updates in der EU.
Das solltest Du wissen: Mit einer UVP von 2.299,90 Euro gehört das Magic V6 zu den teuersten Foldables auf dem Markt.
Was ist mit den Trifolds?
Trifolds haben zwei Scharniere, lassen sich also zweimal falten und bieten aufgeklappt rund 10 Zoll Bildschirmfläche. In Deutschland spielen sie bisher kaum eine Rolle. Samsung hat sein Galaxy Z TriFold Ende 2025 vorgestellt, aber nur in wenigen Ländern wie Südkorea und den USA verkauft. Nach etwa drei Monaten war der Verkauf wieder beendet, nach Deutschland kam das Gerät nie. Bekanntester Vertreter bleibt Huaweis Mate XT, das allerdings ohne Google-Dienste auskommt. Ob und wann Trifolds hierzulande regulär erhältlich werden, ist derzeit offen.
Vor- und Nachteile von faltbaren Smartphones
Worauf Du beim Kauf eines faltbaren Smartphones achten solltest
Bevor Du Dich für ein faltbares Smartphone entscheidest, solltest Du folgende Kaufkriterien berücksichtigen:
Ausblick: Sind Foldables die Zukunft?
Foldables haben die Experimentierphase hinter sich. Die Technik ist alltagstauglich, und mit Samsung, Google, Honor, Motorola und inzwischen auch Apple setzen große Hersteller auf das Format. Der Einstieg von Apple dürfte dem Markt zusätzlichen Schub geben, weil viele iPhone-Nutzer jetzt erstmals ein Foldable in ihrem gewohnten System bekommen. Die größte Hürde bleibt der Preis. Für die breite Masse werden Foldables vermutlich erst interessant, wenn sie deutlich günstiger werden. Parallel arbeiten Hersteller an ausrollbaren Displays, die sich wie ein Rollo ausziehen lassen.
Meine persönliche Einschätzung
Foldables werden das klassische Smartphone nicht ablösen. Sie werden sich aber als feste Kategorie daneben etablieren, vor allem bei Menschen, die unterwegs viel arbeiten, und bei allen, die ein besonders kompaktes Gerät möchten. Für die meisten bleibt ein klassisches Smartphone die günstigere und robustere Wahl. Wer das Plus an Fläche oder Kompaktheit im Alltag wirklich nutzt, bekommt heute ein ausgereiftes Gerät.
Häufig gestellte Fragen
Foldables sind Smartphones mit einem flexiblen Display, das Du in der Mitte zusammenklappen kannst. Zugeklappt nutzt Du ein kompaktes Handy, aufgeklappt ein deutlich größeres Display. Die beiden gängigen Formate sind Book-Style-Modelle, die sich wie ein Buch öffnen, und Flip-Modelle, die sich wie ein klassisches Klapphandy falten.
Zu den aktuellen Book-Style-Modellen gehören das Samsung Galaxy Z Fold8 Ultra und Z Fold8, das Apple iPhone Duo, das Google Pixel 11 Pro Fold und das Honor Magic V6. Im Flip-Format gibt es das Samsung Galaxy Z Flip8 und das Motorola razr 70 ultra. Dazu kommen Vorjahresmodelle, die oft günstiger zu haben sind. Huawei bietet ebenfalls Foldables an, allerdings ohne Google-Dienste.
Das hängt davon ab, wie Du Dein Smartphone nutzt. Suchst Du ein großes Display zum Arbeiten oder Streamen, passt ein Book-Style-Modell wie das Galaxy Z Fold8 Ultra. Nutzt Du ein iPhone und möchtest im Apple-System bleiben, ist das iPhone Duo die naheliegende Wahl. Ist Dir ein besonders kompaktes Gerät wichtig, sind das Galaxy Z Flip8 oder das Motorola razr 70 ultra die bessere Wahl.
Hersteller geben meist mehrere hunderttausend Faltvorgänge an. Klappst Du Dein Handy 100-mal am Tag auf und zu, entsprechen 200.000 Faltvorgänge gut fünf Jahren Nutzung. Im Alltag erweisen sich die Scharniere meist als zuverlässig. Anfälliger sind Staub, der ins Scharnier gelangt, und die Faltzone des Displays.
Deutlich mehr als bei einem klassischen Smartphone, vor allem beim großen Innendisplay. Beim Galaxy Z Fold7 kostet allein das faltbare Innendisplay als Ersatzteil rund 760 Euro, beim Galaxy Z Flip7 rund 340 Euro, jeweils ohne Arbeitskosten. Da Sturz- und Bruchschäden meist nicht unter die Garantie fallen, lohnt sich bei einem Foldable ein Blick auf eine Handyversicherung oder ein Care-Paket des Herstellers.
Tobias Claren
Hallo.
Gibt es zur €59 teuren Innen-Schutzfolie des Samsung Fold (3) in manchen Handy-Shops mit Spezialgerät von Samsung Alternativen?
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