Die Klapphandys erleben ein Revival: Doch bei den Foldables lÀsst sich das Display falten.

Auf ihren großen Durchbruch warten sie noch: Bislang besetzen die faltbaren Handys nur eine Marktnische. Doch der Glaube an ihr Potential scheint groß unter den Herstellern: Immerhin hat Samsung bereits die vierte Generation seiner Foldables enthĂŒllt.  

Das sind die aktuellen Foldables

Samsung schickt die vierte Generation seiner Foldables ins Rennen um die Gunst der Smartphone-Nutzer. Hersteller wie z.B. Huawei entwickeln ihre faltbaren Handys ebenfalls weiter, allerdings kommen sie noch nicht auf dem europĂ€ischen Markt an. Google wiederum bringt sein erstes faltbares Smartphone im Juni 2023 an den Start. Das Pixel Fold folgt dem Vorbild des großen Samsung-Falter mit einem klappbaren Display, das sich auf TabletgrĂ¶ĂŸe entfaltet. Motorola wiederum bleibt auch in der vierten Generation des neuen razr dem kompakten Design der einstigen Klapp-Handy-Ikone treu. Bereits seit 2017 sichert sich Apple verschiedene Patente, die auf die Entwicklung eines faltbaren iPhones hindeuten, wie Computerbild berichtet.

Augenscheinlich sind die Hersteller von der Innovationskraft der faltbaren Smartphones ĂŒberzeugt. Um den Markt anzukurbeln, braucht es neue Zugpferde. Das Smartphone, so wie wir es kennen und schĂ€tzen, verĂ€ndert sich nur noch in minimalen Nuancen. Sicherlich werden sie immer noch ein bisschen leistungsfĂ€higer. Doch die Zeit der EvolutionssprĂŒnge ist vorĂŒber. Da scheint die faltbare Form ein Attribut mit Treibkraft. Bis jedoch alle Hersteller auf den Zug aufgesprungen sind, hast Du die Wahl zwischen folgenden klappbaren Handys: 

Das stylische SchmuckstĂŒck: Samsung Galaxy Z Flip4

Mit dem Galaxy Z Flip4 feilt Samsung weiter am Erfolg seiner Foldables. Im Design sind die Unterschiede zum VorgĂ€nger eher marginal. Doch unter der Haube hat Samsung an einigen Schrauben gedreht. Dazu gehören die verbesserte Kamera, ein stĂ€rkerer Akku und mehr Möglichkeiten, das Falt-Smartphone zu personalisieren.  

Klappst Du das Flip4 teilweise auf, aktivierst Du den FlexCam-Modus. DarĂŒber nimmst Du freihĂ€ndig Videos oder Selfies auf. Bilder kannst Du mit der Hauptkamera und der verbesserten QuickShot-Funktion direkt ĂŒber den Cover Screen aufnehmen. Ebenso kannst Du Videos ĂŒber QuickShot aufnehmen, dabei wechselt das Samsung Falt-Handy nahtlos in den freihĂ€ndigen FlexCam-Modus. Die Hauptkamera arbeitet mit einem grĂ¶ĂŸeren Sensor, der im Vergleich zum VorgĂ€nger bis zu 65 Prozent mehr Licht einfĂ€ngt. Das bringt mehr Details in nĂ€chtliche Aufnahmen.  

FĂŒr mĂŒheloses Werkeln an Deinen Kunstwerken spendiert Samsung dem Galaxy Z Flip4 den Qualcomm-Spitzenprozessor Snapdragon 8+ Gen 1. Der Akku bringt nun eine KapazitĂ€t von 3.700 mAh mit. FĂŒr Dich bedeutet der stĂ€rkere Akku mehr Ausdauer. Du kannst lĂ€nger filmen und spielen.  

Das Samsung Galaxy Z Flip4

  • Das AMOLED-Display entfaltet sich auf 6,7 Zoll und beeindruckt mit leuchtenden Farben, starken Kontrasten und scharfen Details.
  • Auf dem Frontdisplay wirfst Du einen ersten Blick auf eingehende Nachrichten, steuerst den Musikplayer oder hast Deine anstehenden Termine im Auge.
  • Ein praktisches Kamera-Feature ist der Flex-Cam-Modus: Aus ungewöhnlichen Perspektiven fĂ€ngst Du Deine Motive ein.

Der produktive Überflieger: Samsung Galaxy Z Fold4

Samsungs großformatiges Foldable richtet sich weniger an die Mehrheit der Nutzer. Das liegt unter anderem am stattlichen Preis. Aber auch an der geringeren Handlichkeit. Damit punktet eindeutig das Flip-Modell. Das Samsung Galaxy Z Fold4 besitzt ein Zweitdisplay, das bereits 6,2 Zoll misst. Das Hauptdisplay entfaltet sich auf 7,6 Zoll. Mit diesen Maßen  und zusammen mit dem S Pen eignet sich das Fold4 hervorragend zum Multitasking. Am großen Bildschirm arbeitest Du unterwegs an Deinen Projekten weiter, ohne Laptop oder Tablet mitnehmen zu mĂŒssen.  

Die neue Taskbar vereinfacht den parallelen Zugriff auf mehrere Anwendungen. Ihr Layout Ă€hnelt dem auf einem Computer. Über die Taskbar greifst Du einfach auf bevorzugte oder zuletzt verwendete Apps zu. Samsung hat fĂŒrs intuitive Multitasking neue Wischgesten eingefĂŒhrt. Anwendungen wandelst Du direkt aus dem Vollbildmodus ins Pop-up-Fenster um. Oder Du teilst den Bildschirm in mehrere Bereiche, um gleichzeitig auf verschiedene Apps zuzugreifen.  

Einem Flaggschiff wĂŒrdig ist auch die restliche Ausstattung des Galaxy Fold4. MĂŒhelos arbeitest und spielst Du dank der herausragenden Performance des Snapdragon 8+ Gen 1-Prozessors. Atemberaubende Fotos sind die SpezialitĂ€t der Triplekamera, zu der ein 50-MP-Weitwinkel, ein Ultraweitwinkel und ein Tele-Objektiv mit dreifachem optischen Zoom gehören.  

Zudem ist das Samsung Galaxy Fold4 das erste Falt-Smartphone, das mit dem Betriebssystem Android 12L lĂ€uft. Google entwickelte diese spezielle Version eigens fĂŒr große Bildschirme wie das faltbare Display des Fold4.

Das Samsung Galaxy Z Fold4

  • Mit seinem 7,6 Zoll großen AMOLED-Display ist das Fold4 der ideale Begleiter fĂŒr Nutzer, die unterwegs produktiv sein oder ihre Lieblingsserie genießen worden.
  • Der Flex-Modus ist ebenso nĂŒtzlich fĂŒr freihĂ€ndige Aufnahmen wie auch fĂŒrs Tippen von Mails.
  • Die Triplekamera mit drei Brennweiten lĂ€sst Deiner KreativitĂ€t jede Menge Spielraum.

Einfach cool: Motorola razr 40 ultra

Konkurrenz fĂŒr Samsung kĂŒndigt sich an. Das Klapp-Handy Motorola razr von 2004 gehörte zu den Ikonen seiner Art und war ein Verkaufsschlager. Das die US-amerikanische Lenovo-Tochter an eine Renaissance in Gestalt der faltbaren Smartphone glaubt, beweist die Neuauflage. In der vierten Generation prĂ€sentiert Motorola gleich zwei razr-Modelle. Das razr 40 und das razr 40 ultra. Der auffĂ€lligste Unterschied offenbart sich bereits im zugeklappten Zustand. Das Motorola razr 40 ultra beeindruckt mit einem 3,6 Zoll großen Außendisplay. Derzeit ist es das grĂ¶ĂŸte seiner Art, mit dem ein sogenanntes Flip Phone ausgestattet ist. Darauf hast Du Nachrichten im Blick und Zugriff auf fast alle Apps. Außerdem dient es als Vorschau fĂŒr Selfies mit der starken Hauptkamera aus 12-MP-Weitwinkel und 13-MP-Ultraweitwinkel. Beim gĂŒnstigeren razr-Modell beschrĂ€nkt sich das Zweitdisplay auf eine schmale 1,5-Zoll-Diagonale.

Das razr 40 ultra entfaltet ein 6,9 Zoll großes pOLED-Display, das mit scharfen Details, krĂ€ftigen Farben, einer guten Maximalhelligkeit und einer 165-Hertz-Bildwiederholrate besticht, ĂŒber die ansonsten nur Gaming-Handys verfĂŒgen. FĂŒr eine entsprechende Spielfreude ist der Qualcomm-Spitzenprozessor Snapdragon 8+ Gen 1 an Bord.

Samsung auf den Fersen: Google Pixel Fold

Noch mehr Konkurrenz fĂŒr Platzhirsch Samsung. WĂ€hrend Motorola ganz auf die Flip-Variante setzt, bringt Google im Juni 2023 das erste Pixel Fold heraus. Aufgeklappt wartet das Pixel Fold wie Samsungs Pendant mit einem 7,6 Zoll großen Display auf. Gefaltet erweist sich das Google-Foldable als das kompaktere, das mit einem 5,8 Zoll großen Zweitdisplay noch in die eine oder andere Hosentasche passt.

Das Pixel Fold bringt selbstverstĂ€ndlich die gewohnten Funktionen der Pixel-Phones mit. EchtzeitĂŒbersetzung funktioniert auf den beiden Bildschirmen des Folds gar noch bequemer. Die Triplekamera nutzt die hervorragenden KI-Features wie den Magischen Radierer. Praktischerweise lĂ€sst sich auch beim Pixel Fold das Zweitdisplay als Vorschau fĂŒr Selfies mit der Hauptkamera verwenden. Multitasking wiederum wird auf dem großen Bildschirm zum Kinderspiel. Die nötige High-End-Performance liefert der Google-Chip Tensor G2. Wie bei der Konkurrenz lĂ€sst sich das flexible Display nach Belieben entfalten. Im Modus Auf dem Tisch wird das Pixel Fold zum Mini-Laptop oder verharrt in Reglosigkeit fĂŒr beeindruckende Zeitraffer-Aufnahmen.

Der Riese unter den Falt-Smartphones: Huawei Mate X3

Unter den Foldables wirkt die Ausstattung des Huawei Mate X3 besonders beeindruckend: Das Hauptdisplay entfaltet auf stattliche 7,85 Zoll. Gleichzeitig ist das Huawei Mate X3 das Leichtgewicht unter den Foldables. FĂŒr das vierte seiner Art hat der chinesische Hersteller ein besonders schlankes Design entworfen. Mit einer eindrucksvollen Vierfachkamera rĂŒstet Huawei das faltbare Smartphone aus, das im Wettstreit mit Samsungs Fold und dem Google-Neuling um die Gunst der Foldable-Liebhaber buhlt. Ein 6,4 Zoll großes Display steht auf der Außenseite fĂŒr die gewöhnliche Smartphone-Nutzung bereit. Der Akku bringt eine KapazitĂ€t von 4.800 Milliamperestunden mit und lĂ€sst sich sowohl kabelgebunden als auch induktiv flott auftanken. Neben den eindrucksollen Möglichkeiten fĂŒr Content Creators ist das Mate X3 vor allem eine krĂ€ftige Arbeitsmaschine. Der Qualcomm-Spitzenprozessor und der 12-GB-Arbeitsspeicher sind gewappnet fĂŒr aufwendiges Multitasking. Allerdings ist das Huawei Mate X3 nicht ganz makellos. Dem faltbaren Smartphone fehlen 5G-Funk und Google-Dienste.

Die Alternative zum Falt-Display: Microsoft Surface Duo

Mit dem Microsoft Surface Duo kehrte der US-amerikanische Tech-Gigant zurĂŒck ins Smartphone-GeschĂ€ft. Es war eine holprige RĂŒckkehr. Von der AnkĂŒndigung bis zum Verkaufsstart verstrichen 505 Tage, wie das Technikportal Nextpit ausgerechnet hat. Das Surface Duo kam im September 2020 auf den amerikanischen Markt. In Europa hielt es sogar erst Anfang 2021 Einzug. Das ist eine Ewigkeit in der schnelllebigen Technologie-Branche. Entsprechend ĂŒberholt war die Ausstattung des Surface Duo bei Markteintritt, das eigentlich nicht in die Garde der faltbaren Smartphones gehört. Denn das Microsoft-Smartphone verfĂŒgt statt ĂŒber ein faltbares Display ĂŒber zwei Bildschirme, die nebeneinander aufgeklappt werden. Das gibt viel Platz fĂŒr Multitasking. Streamen und Zocken ĂŒber beide Panels bringt wegen des Scharniers in der Mitte wenig Freude. Doch praktisch sind die beiden Bildschirme, wenn Du beim Zocken gleichzeitig Chats und E-Mails im Auge behalten möchtest.

Falt-Handys: Ein Trend kehrt zurĂŒck

Bevor das Smartphone seinen Siegeszug antrat, dominierte ein Formfaktor die Handywelt. Die Klapp-Handys erfreuten sich enormer Beliebtheit. Insbesondere Modelle wie das Motorola Razr V3 und das Nokia N90 waren einfach cool. Und mit ihrem Klappmechanismus ungemein praktisch, verschwanden sie doch zusammengeklappt in jeder Hosentasche. Der Siegeszug des iPhones, das als erstes Smartphone den Markt revolutionierte, beendete die Ära der Klapp-Handys. Das Touchdisplay beanspruchte mehr und mehr Raum. Als Folge wurden die Smartphones immer grĂ¶ĂŸer.

Doch die Idee vom klappbaren Handy kehrte zurĂŒck – nur diesmal in Gestalt von faltbaren Handys. Schließlich wollten die Hersteller nicht zur Trennung von Bildschirm und Tastatur zurĂŒckkehren. Ihr Ansatz: Das Display sollte sich biegen. Dabei beschreiten die Hersteller zwei Wege: Die einen wollen die Nutzer mit einem Smartphone mit Bildschirm in TabletgrĂ¶ĂŸe versorgen. Die anderen schrumpfen das mittlerweile riesige Smartphone-Display wieder auf ein Hosentaschen-vertrĂ€glichen Maß.

© Xiaomi

Faltbare Smartphones: Jeder will der Erste sein

Offiziell gewann Samsung 2019 das Rennen um das erste faltbare Handy auf dem weltweiten Markt. Im Februar 2019 prĂ€sentierte der Tech-Konzern das Samsung Galaxy Fold. Der Verkauf sollte im April/Mai starten. Doch Samsung erlebte einen herben DĂ€mpfer. Die Displays von einigen TestgerĂ€ten warfen unerwĂŒnschte Falten. Samsung verschob den Verkaufsstart auf September 2019 und besserte bis dahin nach.

Noch schlechter erging es dem direkten Konkurrenten Huawei. Die Chinesen verloren das Wettrennen um den weltweiten Verkaufsstart des ersten Foldables und wurden zudem vom Google-Bann getroffen. Auch das Huawei Mate X, dessen Verkauf im Sommer 2019 starten sollte, plagten Display- und Scharnierprobleme. Die beiden wollten noch nicht so harmonieren, wie sie sollten. Die Folge: Das Mate X ging nur in China in den Verkauf. Erst der Nachfolger Mate Xs erreichte im April 2020 den europĂ€ischen Markt – allerdings ohne Google-Apps.

Doch eigentlich hatte Royole als erster Smartphone-Hersteller gezeigt, dass es möglich ist, das Handydisplay zu biegen. Bereits Ende Oktober 2018 stellte der Konzern in Peking das FlexPai vor. Genaugenommen ließ sich bei dem Modell das Display nicht knicken, sondern klappte in einem relativ weiten Bogen zusammen. Auch das Royole FlexPai war nur auf dem chinesischen Markt zu haben.

Das KunststĂŒck, ein Falt-Smartphone zu bauen

Was aber ist nun die große Herausforderung beim faltbaren Display? Das herkömmliche Smartphone ist mit einem sehr stabilen Glasbildschirm bestĂŒckt. Bekanntermaßen lĂ€sst sich Glas nicht verbiegen. Das ist die erste HĂŒrde fĂŒr die Entwickler. Nummer zwei: Faltet sich das Smartphone, muss nicht allein das Display das mitmachen. Auch versteckte Bauteile wie Akku, Prozessor, Kamera und Co. mĂŒssen sich verbiegen – beziehungsweise sich so anordnen lassen, dass sie das Auf- und Zuklappen nicht behindern. Gleichzeitig sollen sie beim hĂ€ufigen Falten funktionsfĂ€hig bleiben. Daran haben die Ingenieure lange getĂŒftelt. Und sie tun es weiterhin, um die Technologie zu verbessern.

ZunĂ€chst einmal war klar: Gorilla Glass kam fĂŒr die faltbaren Displays nicht in Frage. Stattdessen griffen sie zu Kunststoff, der deutlich flexibler ist. Die Grundlage der OLED-Bildschirme in den faltbaren Smartphones sind Kunststoffpolymere. Sie sind quasi Folien, die mit einem Film aus organischen Leuchtioden ĂŒberzogen sind. Die elektrischen Leiterbahnen, die dafĂŒr sorgen, dass die einzelnen Subpixel angesteuert werden, sind ebenfalls in die Plastikfolien eingebettet. So wird das Display biegsam. Doch die FlexibilitĂ€t hat ihren Preis: Die Panels der Falt-Smartphones sind viel kratzempfindlicher. Sie genießen jedoch auch einen gewaltigen Vorteil gegenĂŒber Glaspanels. Die Kunststoffdisplays zerbrechen nicht so leicht.

Um die Displays der Foldables widerstandsfĂ€higer zu machen, hat sich zum Beispiel Samsung mit dem Mainzer Glasspezialisten Schott zusammengetan. Das Unternehmen arbeitet bereits seit mehreren Jahren daran, ultradĂŒnnes, biegsames Glas zu entwickeln. FĂŒr das zweite Falt-Smartphone der SĂŒdkoreaner haben sie ein UTG-Display entwickelt. UTG steht fĂŒr Ultra Thin Glass. Samsung hat es also geschafft, Glas zu verbiegen. Doch das UTG-Panel besteht nicht ausschließlich aus Glas. Vielmehr handelt es sich um eine Glas-Kunststoff-Polymer-Mischung. Immerhin: Das Display ist deutlich weniger anfĂ€llig fĂŒr Kratzer. Damit war bereits die erste Generation des Samsung Galaxy Z Flip ausgestattet, die im Februar 2020 auf dem Markt kam.

© Samsung

Welche Vorteile bieten die klappbaren Handys?

  • Der offensichtlichste Vorzug, ĂŒber den ein faltbares Smartphone verfĂŒgt, steckt im Display. Durch das Aufklappen lĂ€sst es sich auf ein angenehmes Tabletformat bringen. Das ermöglicht dem Nutzer, mehrere Anwendungen parallel zu verwenden. Faltet man es zusammen, passen die verschiedenen Modelle mehr oder weniger gut weiterhin in die Hosentasche – oder auch in eine kleine Handtasche. Motorola hingegen hat mit dem neuen razr eine andere Strategie verfolgt: Das razr entfaltet sich auf eine durchschnittliche Smartphone-GrĂ¶ĂŸe. Allerdings passt es im zugeklappten Zustand auch in kleine Hosentaschen.
  • Einen weiteren Pluspunkt sammeln die Foldables ebenfalls dank ihrer flexiblen Displays aus Polymerverbindungen. Die synthetischen MakromolekĂŒle, die in den Falt-Smartphones verbaut sind, machen die Bildschirme nahezu bruchsicher.
  • Der vergrĂ¶ĂŸerte Bildschirm eines faltbaren Handys birgt noch einen weiteren Vorteil: FĂŒr die Tastatur ist mehr Platz, das macht das Tippen gewiss deutlich angenehmer. Obwohl gerne gezweifelt werden darf, dass irgendjemand einen Roman am faltbaren Smartphone schreiben wird.

Die faltbaren Handys haben auch Nachteile

  • Einen fetten Minuspunkt kassieren die Foldables wiederum aufgrund ihrer Kunststoffdisplays. Sie sind zwar bruchsicherer, doch im Gegensatz zum ĂŒblicherweise in Smartphones verbauten Gorilla Glass nicht kratzfest. Gerade mit einem nach außen gefaltetem Display sind die Foldables schutzbedĂŒrftiger als herkömmliche Smartphones.
  • Wenngleich die Zollangaben der ausgefalteten Displays ein Tabletformat verheißen, erreichen nicht alle Modelle ein videotaugliches Querformat. Schaut man auf Samsung und Huawei, entfaltet sich ein nahezu quadratisches Format.
  • Unbeantwortet ist noch die Frage nach der Lebensdauer der Falt-Smartphones. Samsung verspricht fĂŒr seine Foldables, dass sie bis zu 200.000 FaltvorgĂ€nge mitmachen. Damit ließe sich das Smartphone ĂŒber einen Zeitraum von zwei Jahren tĂ€glich bis zu 273-mal falten. Laut Computerbild greift der durchschnittliche Nutzer 30-mal am Tag zu seinem Smartphone. Das ließe sogar reichlich Spielraum fĂŒr eine lĂ€ngere Nutzung.

Rollables: Der nÀchste Evolutionssprung?

WĂ€hrend die faltbaren Smartphones noch um ihren Platz auf dem Handy-Markt ringen, tĂŒftelt so mancher Hersteller schon an der nĂ€chsten Innovation. Wie das Tech-Portal Nextpit berichtet, könnten rollbare Displays den nĂ€chsten Trend auslösen. Bereits 2016 zeigte Samsung das Konzept eines ausrollbaren Displays. Bei der Entwicklung hatten die SĂŒdkoreaner vermutlich noch nicht an ein Smartphone-Display gedacht. Auch LG und Xiaomi sollen bereits EntwĂŒrfe in der Schublade haben.

Das ausrollbare Panel birgt VorzĂŒge gegenĂŒber den Foldables. ZunĂ€chst einmal muss sich das Display nicht so stark knicken. Das schont das Material. Auch ließe sich bei einem Rollable vermutlich jede DisplaygrĂ¶ĂŸe zwischen gar nicht und ganz ausgerollt nutzen. Mutmaßlich hinterlĂ€sst das Ausrollen keine Spuren auf dem Display. Das ist bei den faltbaren Handys anders. Je nach Modell und Betrachtungswinkel fĂ€llt der Knick mehr oder weniger ins Auge. Enthusiasten rechnen gar in den nĂ€chsten ein bis zwei Jahren mit dem ersten marktreifen Rollable. Nun, lassen wir uns ĂŒberraschen.

Wohin geht die Reise?

Ohne das Orakel von Delphi lĂ€sst sich die Frage schwerlich beantworten. Von seinem ersten Fold verkaufte Samsung 500.000 GerĂ€te weltweit, wie das Nachrichtenmagazin ZEIT berichtet. Das ist ein verschwindend geringer Anteil an der Gesamtzahl von 1,28 Milliarden Smartphones, die 2020 gekauft wurden, wie aus einer Statista-Statistik hervorgeht. BerĂŒcksichtigt man die Tatsache, dass 96 Prozent der verkauften Foldables auf Samsung-Modelle entfallen, ist es fĂŒr die faltbaren Smartphones noch ein weiter Weg bis zum Verkaufsschlager.

Immerhin spricht die HartnĂ€ckigkeit der Hersteller dafĂŒr, dass sie an eine Zukunft der Foldables glauben. Welches Format sich dabei durchsetzt, wird sich zeigen mĂŒssen. Das hĂ€ngt natĂŒrlich von uns Nutzern ab. Wollen wir lieber ein faltbares Display in Standard-Smartphone-GrĂ¶ĂŸe wie beim razr, das sich zusammenklappen lĂ€sst, oder steht uns der Sinn nach mehr Bildschirm wie beim Fold4. Gut möglich ist jedoch auch, dass die faltbaren Displays fĂŒr andere Produkte aufgegriffen werden. Denkbar sind beispielsweise faltbare Tablets oder E-Reader, die so weniger Platz in der Handtasche oder im Rucksack benötigen. Möglicherweise sind sie die geeigneteren GerĂ€te fĂŒr einen klappbaren Bildschirm. Denn auf Dauer wird es vielleicht auch lĂ€stig, das Smartphone erst aufklappen zu mĂŒssen, um es im vollen Umfang zu nutzen.

Wie siehst Du die Sache?

Verratet uns gern in den Kommentaren, welches faltbare Handy Ihr bevorzugen wĂŒrdet? Nutzt Du sogar schon eines? Welche Erfahrungen hast Du bisher damit gemacht? Und was glaubst Du, welche Form des Faltens sich durchsetzen wird – das buchĂ€hnliche Aufschlagen zum Tablet-Format oder das an die frĂŒheren Klapp-Handys erinnernde Entfalten? Schreibe uns Deine Meinung zum Trend der Smartphone-Branche!

HĂ€ufig gestellte Fragen

Was sind Foldables?

Foldables sind faltbare Handys, die Du auf- und zuklappen kannst, wie ein altbekanntes Klapp-Handy. Der Unterschied ist, dass sich ein faltbares Smartphone in der Mitte des Displays klappen lÀsst.

Welche faltbaren Handys gibt es?

  • Samsung Galaxy Z Flip4
  • Samsung Galaxy Z Fold4
  • Motorola razr 5G
  • Huawei Mate X2
  • Microsoft Surface Duo

Welches ist das beste faltbare Handy?

Das Samsung Galaxy Z Fold4 ist das beste faltbare Handy.

FĂŒr wen lohnt sich ein faltbares Smartphone?

Ein faltbares Smartphone lohnt sich fĂŒr alle Technikbegeisterten, die die neuesten Technologien nutzen wollen. Aber auch fĂŒr alle, die auf der Suche nach einem großen Display sind, z.B. zum Filmeschauen oder Arbeiten lohnt sich ein Foldable.

Jennys erstes Handy war ein Nokia 5110 im peppigen Blau. Seither weint sie der guten alten Telefonzelle keine TrĂ€ne mehr nach. Das Schreiben hat sie bei verschiedenen Tageszeitungen gelernt. Geht’s um Smartphones ist sie wegen ihres ĂŒber Jahre angehĂ€uften Know-hows die erste Anlaufstelle fĂŒr Familie und Freunde. 

8 Kommentare

  1. Servus,
    Das erste Smartphone hab ich nach lĂ€ngerem Warten als Best von Samsung gekauft. Das Gute StĂŒck wurde mir zum ersten gestohlen. Zur Mate Reihe bis 10. hat die USA die Freude mit dem Abschlag vermiest. Zeitlich funktionierten die Mate Smartphone sehr gut. Dann wieder das Samsung 20. Und zu einer kurzen Minute Ablenkung nahm es ein „Herr” an sich. Angebrachte Kamaras wurden aber nicht genutzt!* – ein schönes GlĂŒck. Jetzt ist es das Z Falt 3 5G. Eigentlich bis jetzt das Beste fĂŒr mich. Die meisten Kritiken, kann ich nicht nachvollziehen. Zu den fehlenden Feinheiten fĂŒr mich und meinen WĂŒnsche, muß ich wohl noch bis nĂ€chstens warten. Eigentlich suche ich zum Smartphone kauf, das Beste ohne Filter Einstellung.
    Gruß und GlĂŒck.

    • Moin Manfred, vielen Dank fĂŒr Deinen Kommentar. Die Geschichte mit dem Diebstahl tut mir leid. Das ist Ă€rgerlich. Viele GrĂŒĂŸe, Jenny Bernard

  2. Ich wollte schon lange ein Falthandy haben. Lange bevor Royole 2018 das erste Falthandy auf den Markt gebracht hat. Das Royole kam aus verschiedenen GrĂŒnden nicht in Frage. Der bisherige Ansatz von Samsung (ein Display außen und das gefaltete, große Display innen) hat mir nicht gefallen: Diese Bauform macht das Smartphone dicker, erhöht das Gewicht (und den Stromverbrauch?) und macht das GerĂ€t auch teurer!

    Vor zwei Jahren habe ich dann ein Huawei Mate Xs gekauft. Die Hardware gefĂ€llt mir gut: Das Display ist aufgeklappt sehr groß, das GerĂ€t ist dabei noch sehr dĂŒnn. Und der Knickfalz fĂ€llt im Betrieb nicht auf. NatĂŒrlich muss man auf das Display aufpassen, weil es kratzempfindlich ist und außen liegt.

    Eigentlich sollte ich glĂŒcklich sein, eigentlich …

    Ohne die Google-Dienste kann ich es nicht wirklich nutzen. Ich vermisse in der Huawei App Gallery viele Apps. Einige sind per APK-Dateien verfĂŒgbar aber nicht alle. Der Zugang ĂŒber gspace oder Dual Space zum Google Play Store ist mir zu unsicher und bietet leider auch nicht alle Funktionen – Microsoft Intunes (was ich fĂŒr die geschĂ€ftliche Nutzung brauche), meine Banking App und sogar die App fĂŒr das Schloss meines E-Bikes laufen nicht auf dem Huawei Mate Xs.

    Ich werde das GerĂ€t demnĂ€chst ĂŒber eBay verkaufen, da es bei mir nur herumliegt. 🙁

    Ich hoffe nun darauf, dass Samsung das zweifach faltbare Galaxy Flex S, das Samsung auf der CES 2022 gezeigt hat, nun auch auf den Markt bringen wird.

  3. Da mein Velvet mit Zweitbildschirm (gĂŒnstige und brauchbare Lösung mit Stylus) geklaut wurde, warte ich jetzt auf das Fold 4. Ich wĂŒrde liebend gern etwas anderes als Samsung nĂŒtzen und Googlefrei wĂ€re der Hit, aber ich will unbedingt einen unterstĂŒtzten Stift, und damit wird die Auswahl ziemlich eingeschrĂ€nkt.
    Die Leistung ist mir ziemlich egal, aber Textverarbeitung mit Blutoothtastatur, surfen, Videos schauen, Fotografieren und ….ach ja, telefonieren, sollte es können, und das alles möglichst mit mindestens 8 Zoll…und da ich mein HĂ€ndy nur etwa alle 4 Jahre tausche (nutze gerade ein Note9), sollte es auch noch haltbar sein

    • Moin. Vielen Dank fĂŒr Dein Feedback. Aktuell ist es unmöglich, ein faltbares Smartphone ohne Android zu erhalten. Es kursieren jedoch GerĂŒchte im Netz, dass Apple an einem eigenen Foldable arbeitet. Wann und ob es jemals erscheint, steht aber noch in den Sternen. Viele GrĂŒĂŸe

  4. Definitiv wurde ich das Huawei Mate X2 bevorzugen, weil mir das von Samsung nicht gefÀllt und ich generell kein Samsung haben will. Leider gibt es das Handy ja aber nicht bei uns in Deutschland sonst hÀtte ich es gekauft, das wÀre auch das einzige Handy, wofur ich so viel Geld ausgeben wurde. *schock verliebt*

    Das surface wĂŒrde mich auf den ersten blick auch an sprechen weil ich viel mit splitscreen arbeite aber es ist zum spieleb und streamen echt unbrauchbar.

    Naja ich hoffe das ich mir bald wieder ekn huawei kaufen kann… DafĂŒr verzichte ich liebend gerne auf Google Aps.

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