Das MMS-Aus in aller Kürze
IM ÜBERBLICK
Was ist eine MMS?
MMS? Was war das gleich? Das Kürzel MMS steht für Multimedia Message Service. Lange vor dem Siegeszug von WhatsApp, Signal & Co. verschickten Handynutzer bereits Bilder und Videos. Wenn sie dies taten, verschickten sie keine SMS, sondern MMS-Nachrichten. 2002 feierte der MMS-Service im Vodafone-Netz seine Europa-Premiere. Auch im O2-Netz lassen sich seit 2002 MMS versenden. Naheliegend: Die MMS ist eine Weiterentwicklung der SMS. Statt reiner Textnachrichten lassen sich per MMS Fotos, Videos, Musik oder Dokumente verschicken – und das nicht nur an eine andere Handynummer, sondern auch an eine E-Mail-Adresse. Doch das hat seinen Preis: 39 Cent kostet der MMS-Versand pro Nachricht.
Die Blütezeit der MMS
Um eine MMS zu senden und empfangen, bedarf es eines MMS-fähigen Handys. Die Smartphones von heute haben das drauf. Doch Anfang der 2000er Jahre war bei weitem nicht jedes Gerät in der Lage, Fotos und mehr zu verschicken. Ihre Blütezeit erreichte die MMS zehn Jahre nach ihrer Einführung, wie Vodafone rückblickend konstatiert. Im Dezember 2012 reisten 13 Millionen MMS durchs Netz. Doch obwohl sie so viel mehr kann als die SMS, hat die Multimedia-Nachricht ihr nie den Rang ablaufen können. Ein Vergleich gefällig? Im Dezember 2012 verschickten Vodafone-Kunden 1,5 Milliarden SMS. Und heute? Fristet die MMS ein absolutes Nischendasein. 650.000 MMS senden Vodafone-Kunden monatlich. Da hat der beliebteste Messenger-Dienst ganz andere Werte erreicht. Bereits im Februar 2021 schickten WhatsApp-Nutzer weltweit 100 Milliarden Nachrichten – pro Tag.
Das Aus der MMS
Seit der Blütezeit des Multimedia-Message-Service ist die Nutzung deutlich geschrumpft. Inzwischen ist die MMS in Deutschland endgültig Geschichte. Als erster Netzbetreiber hatte Vodafone dem Dienst bereits zum 17. Januar 2023 den Rücken gekehrt. „Die MMS ist veraltet und der Kundennutzen minimal. Deshalb gehen Vodafone und die MMS getrennte Wege”, hatte Gerhard Mack, CTO von Vodafone Deutschland, seinerzeit erläutert.
Die Deutsche Telekom hatte den Dienst länger aufrechterhalten als ursprünglich geplant. Ein Rückzug war bereits für Ende 2022 vorgesehen, wurde dann aber verschoben. Zum 30. Juni 2026 ist nun endgültig Schluss. Auf ihrer Hilfeseite bestätigt die Telekom, dass Bilder und Videos ab diesem Datum nicht mehr per MMS versendet oder empfangen werden können.
Auch Telefónica Deutschland zieht nach. Der O2-Betreiber stellt den Versand und Empfang von MMS zum 1. Juli 2026 ein und beendet damit ein Kapitel Mobilfunkgeschichte, das im November 2002 mit der Einführung des Dienstes bei O2 begann. Als Gründe nennt das Unternehmen den technischen Fortschritt bei Smartphones sowie die zunehmende Nutzung moderner Alternativen wie Messenger-Diensten, sozialer Netzwerke und RCS.
Auch 1&1 beendet den MMS-Betrieb zum 30. Juni 2026 und informiert seine Kundinnen und Kunden der Mobilfunkmarken bereits per E-Mail über die Abschaltung.
Die MMS-Alternative: Was ist RCS?
RCS (Rich Communication Services) ist der Nachfolger von MMS und wird inzwischen von allen deutschen Netzbetreibern unterstützt, also von Telekom, o2, 1&1 und Vodafone. Anders als MMS ist RCS direkt in der Nachrichten-App integriert und ermöglicht neben Text auch den Versand von Bildern, Videos, Sprachnachrichten und größeren Dateien, ganz ohne separate App und ohne die bislang üblichen MMS-Gebühren. Voraussetzung dafür ist, dass Gerät, Betriebssystem, Nachrichten-App und Netz den Standard unterstützen. Der klassische SMS-Dienst bleibt von der Umstellung unberührt und läuft parallel weiter.
Darum ist die MMS-Technik veraltet
Als der Multimedia Message Service 2002 Einzug hielt, bedeutete dies für die Handynutzer eine enorme Bereicherung. Bis dato verschickten sie SMS, also reine Textnachrichten, die auf 160 Zeichen begrenzt waren. Als die MMS eingeführt wurde, fiel die Zeichenbeschränkung. Der eigentliche Vorteil der MMS war jedoch das Senden von Bildern. Dafür wird das Foto zunächst auf dem Handy komprimiert. Anschließend geht das komprimierte Bild über die Multimedia Messaging Zentrale an den Empfänger.
MMS-Fotos dürfen in allen deutschen Netzen maximal 300 Kilobyte groß sein. Sie schrumpfen also auf 0,3-MB-Bilder. Die geringere Auflösung bedeutet eine schlechtere Bildqualität. Das Komprimieren ist heutzutage unnötig, wenn Du Fotos über Messenger-Dienste wie Signal oder WhatsApp verschickst. Egal, ob Du Deine Bilder per Messenger oder MMS sendest, geschieht dies in beiden Fällen über das mobile Datennetz. Der Unterschied: Für eine MMS benötigst Du keinen Datentarif, aber sie verursacht zusätzliche Kosten, die Du auf Deiner Rechnung wiederfindest. Dieser Umstand erklärt sicherlich, warum die MMS so rasch von WhatsApp & Co. abgehängt wurde und der SMS nie ernsthaft Konkurrenz machen konnte.
Die SMS bleibt
Sie sind eine seltene Spezies, doch gelegentlich begegnen sie einem noch: Jene Smartphone-Nutzer, die bewusst auf Messenger wie WhatsApp verzichten. Stattdessen bleiben sie der SMS treu. Über den Short Message Service (SMS) werden reine Textnachrichten verschickt. Mittlerweile nutzen Dienstleister wie Logistikunternehmen oder Pizzalieferanten den SMS-Dienst, um ein Paket oder das Eintreffen der Bestellung anzukündigen.
Die SMS-Liebhaber können getrost aufatmen. Der SMS-Dienst wird nicht in den Ruhestand geschickt. Er funktioniert unabhängig vom MMS-Service, daher muss niemand Einschränkungen fürchten. Längst haben zahlreiche Nachrichten-Apps der verschiedenen Smartphone-Hersteller Upgrades erhalten. Sie verfügen nicht nur über SMS-Funktionen, sondern bieten ebenso den RCS-Dienst an. Das heißt, Du kannst über die Nachrichten-Apps ebenfalls Bilder, Videos oder Sprachnachrichten senden.
Häufig gestellte Fragen zum MMS-Aus
MMS wird kaum noch genutzt, seit Messenger-Dienste und moderne Nachrichten-Apps den Alltag übernommen haben. Für die Netzbetreiber lohnt sich der Betrieb des alten Systems nicht mehr, denn er verursacht weiterhin Lizenzgebühren und technischen Aufwand. Mit RCS steht längst ein zeitgemäßer Nachfolger bereit.
RCS steht für Rich Communication Services und ist der moderne Nachfolger von MMS. Du kannst darüber Bilder, Videos, Sprachnachrichten und größere Dateien verschicken, direkt in Deiner normalen Nachrichten-App. Anders als bei MMS läuft der Versand über Dein Datenvolumen oder WLAN, zusätzliche MMS-Gebühren fallen also nicht mehr an. Auch Gruppenchats sind mit RCS möglich.
Falls dein Handy oder Deine Nachrichten-App RCS nicht unterstützt, kannst Du auf gängige Messenger-Dienste wie WhatsApp, Signal oder Threema ausweichen. Für einfache Textnachrichten bleibt Dir außerdem weiterhin die klassische SMS.
Die meisten aktuellen Android-Smartphones haben RCS bereits automatisch aktiviert, oft über den Google Messenger. Prüfen kannst Du das in den Einstellungen deiner Nachrichten-App unter dem Punkt Chat-Funktionen oder RCS-Chats. Bei neueren iPhones ab dem iPhone XR mit iOS 18 ist RCS ebenfalls verfügbar und lässt sich in den Einstellungen unter Nachrichten aktivieren.
Ja, RCS funktioniert inzwischen auch geräteübergreifend zwischen Android und iPhone. Voraussetzung ist, dass beide Seiten ein RCS-fähiges Gerät mit aktuellem Betriebssystem nutzen. Kleinere Funktionen wie Lesebestätigungen oder Reaktionen können je nach Software-Version aber noch unterschiedlich gut funktionieren.
Ja, das geht weiterhin, allerdings nicht mehr über MMS. Nutze stattdessen RCS oder einen Messenger-Dienst Deiner Wahl, dann klappt der Versand von Fotos und Videos wie gewohnt.
Mareike
Hlo Jenny, Antwortfunktion klappt immer noch nicht, aber ich wollte mich nochmal kurz zurück melden. 😉 Danke für den Link zu den den Netzwelten. Habe ihn mir erstmal zum Weitergeben an meine Kontakte abgespeichert. Mit dem einen Kontakt, den ich letzte mal erwähnte, kann ich inzwischen auch Bilder austauschen. Man muss das nicht alles verstehen. Anscheinend setzt sich dieser Dienst nur nach und nach in Betrieb. 😄 Also danke nochmal. Ich werde mal sehen, wie lange es mir gelingt ich unter den Bedingungen noch WhatsApp-abstinent zu bleiben. Andere Messanger (auch wenn sie mir lieber wären) kommen ja leider wegen mangelnder Nutzung im Bekanntenkreis leider kaum in Frage. Viele Grüße, Mareike