Internet kündigen in aller Kürze
IM ÜBERBLICK
Internetanbieter kündigen oder wechseln?
Einen Internetvertrag zu kündigen ist einfacher als es klingt – entscheidend ist nur eine einzige Frage vorab: Willst Du den Anschluss komplett aufgeben oder zu einem besseren Anbieter wechseln? Von dieser Entscheidung hängt alles weitere ab, denn beide Wege funktionieren grundlegend anders. Wer ganz auf den Anschluss verzichten möchte, kündigt direkt beim aktuellen Anbieter. Wer hingegen nur wechseln will, überlässt das dem neuen Anbieter. Dieser kümmert sich um die Kündigung und sorgt dafür, dass der Anschluss ohne Unterbrechung weiterläuft.
Du brauchst Deinen Internetanschluss nicht mehr? Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Du Deine eigene Wohnung aufgibst, weil Du mit Deinem Partner oder Deiner Partnerin zusammenziehst oder ins Ausland gehst. Dann kannst Du Deinen Vertrag kündigen.
Du möchtest einen neuen Internetanschluss, weil Du beispielsweise schneller surfen oder Geld sparen willst? Dann solltest Du Deinen bestehenden Vertrag auf keinen Fall selbst kündigen. Das übernimmt Dein neuer Anbieter für Dich. So läuft es ab: Du buchst den neuen Tarif und gibst an, dass Du noch einen laufenden Vertrag hast – den Rest übernimmt Dein neuer Anbieter. So hast Du zu keinem Zeitpunkt eine Lücke ohne Internet.

Internetanschluss kündigen: So geht’s
Hast Du Dich für die Kündigung entschieden, läuft der Prozess in fünf Schritten ab – vom Vertrag checken bis zur Geräterückgabe. Die meisten Schritte sind schnell erledigt, worauf es wirklich ankommt, ist das richtige Timing.
1. Vertrag checken: Laufzeit und Kündigungsfrist kennen
Bevor Du kündigst, lohnt ein kurzer Blick in Deinen Vertrag oder ins Kundenportal Deines Anbieters. Denn je nach Tarif gelten unterschiedliche Fristen und Bedingungen und wer die kennt, vermeidet böse Überraschungen.
⏳ Mindestvertragslaufzeit: Die meisten Internetverträge laufen 24 Monate. Vor Ablauf dieser Zeit kannst Du nur in Ausnahmefällen kündigen.
✅ Kündigungsfrist: Nach dem Ende der Mindestlaufzeit beträgt die Frist einen Monat. Beispiel: Willst Du zum 31. März raus, muss die Kündigung spätestens Ende Februar beim Anbieter sein. Verpasst Du die Frist, verlängert sich der Vertrag automatisch – aber nur noch monatlich, nicht wieder für ein ganzes Jahr.
🚀 Flexible Tarife: Manche Tarife haben keine Mindestlaufzeit. Hier kannst Du in der Regel monatlich kündigen, ebenfalls mit einem Monat Frist.
⚠️ Sonderkündigungsrecht: In bestimmten Situationen kannst Du auch vor dem regulären Ende aus dem Vertrag raus – zum Beispiel bei einem Umzug, dauerhaft schlechter Leistung oder einer Preiserhöhung durch den Anbieter. Mehr dazu im Abschnitt zum Sonderkündigungsrecht.
2. Kündigungsweg: Wie kündige ich richtig?
Die meisten Anbieter bieten mehrere Kündigungswege an – am sichersten sind die, bei denen Du einen schriftlichen Nachweis hast:
Wo ist der Kündigungsbutton?
Der Kündigungsbutton ist bei vielen Anbietern ganz am Ende der Startseite im Footer zu finden. Er führt Dich zu einem Online-Formular zum Kündigen.
Achtung: Wenn Du den Kündigungsbutton im Login-Bereich des Kundenportals benutzt, prüfe genau, ob die Kündigung wirklich abgeschlossen wird oder nur vorgemerkt ist. Wichtig ist eine eindeutige Bestätigung der Kündigung.
3. Kündigung aufsetzen: Das muss rein
Einen Grund musst Du nicht angeben. Die Kündigung ist auch ohne Erklärung rechtlich wirksam.
Vorlage zur Kündigung Deines Internetanbieters
Damit Du nichts vergisst: Text aus dem PDF kopieren, Deine Angaben einfügen, fertig.
4. Kündigungsbestätigung sichern
Sobald Deine Kündigung beim Anbieter eingegangen ist, solltest Du eine schriftliche Bestätigung erhalten – per E-Mail oder Brief. Bewahre dieses Dokument gut auf, denn es ist Dein Nachweis, falls der Anbieter die Kündigung später bestreitet oder den Anschluss nicht zum richtigen Datum abschaltet. Kommt nach zwei Wochen keine Bestätigung, hak aktiv nach – per E-Mail oder telefonisch – und bitte ausdrücklich um eine schriftliche Rückmeldung.
5. Router & Zubehör zurückzuschicken
Hast Du Router oder andere Geräte vom Anbieter gemietet, musst Du sie nach Vertragsende zurückschicken. In der Regel schickt Dir der Anbieter kurz vor oder nach dem Vertragsende einen Rücksendeaufkleber zu, damit ist der Versand für Dich kostenlos. Schicke die Geräte so schnell wie möglich zurück und hebe den Einlieferungsbeleg auf. Manche Anbieter setzen dafür eine Frist von vier bis sechs Wochen. Wer zu lange wartet oder keinen Nachweis hat, riskiert eine Nachberechnung.
Internetanbieter kündigen beim Umzug
Ein Umzug allein ist kein automatischer Kündigungsgrund. Entscheidend ist, ob Dein Anbieter am neuen Wohnort liefern kann.
Achtung: Auch wenn Dein Anbieter am neuen Ort grundsätzlich liefern kann, aber nur noch mit deutlich schlechterer Leistung als vereinbart, kann das ein Sonderkündigungsrecht begründen. Frag im Zweifel direkt nach.
Tipp: Wenn Du unsicher bist, hilft Dir die Verbraucherzentrale weiter. Dort erhältst Du kompetente Beratung zu allen Fragen rund ums Internet.
Sonderkündigungsrecht: Wann kommst Du früher raus?
Ein Sonderkündigungsrecht bedeutet: Du kannst Deinen Vertrag vor dem regulären Ende beenden, ohne eine Vertragsstrafe zu zahlen. Das geht aber nur unter bestimmten Bedingungen. Die häufigsten Gründe sind eine dauerhaft schlechte Verbindungsqualität, eine spürbare Preiserhöhung, einseitige Vertragsänderungen durch den Anbieter oder ein Umzug, bei dem Dein Anbieter nicht liefern kann. Wichtig: Das Sonderkündigungsrecht greift nicht automatisch. Du musst den Grund nachweisen und dem Anbieter die Möglichkeit geben, das Problem zu beheben. Erst wenn das scheitert, kannst Du kündigen.
Ist Dein Internet zum Beispiel regelmäßig deutlich langsamer als vereinbart, hast Du das Recht zu kündigen. Voraussetzung ist ein Nachweis: Mach mehrere Messungen über die offizielle Breitbandmessung der Bundesnetzagentur und dokumentiere die Ergebnisse. Maßgeblich ist dabei nicht die beworbene ‚bis zu‘-Geschwindigkeit, die der Anbieter nur im Idealfall erreichen muss, sondern die zugesicherte Mindestleistung, die in Deinem Vertrag steht.
Möchtest Du lieber wechseln statt kündigen? Dann schaue Dir doch mal unsere Internettarife an.
Zu allen InternettarifenHäufig gestellte Fragen
Das sollte denkbar einfach per Mausklick funktionieren. So schreibt es das Telekommunikationsgesetz seit 1. Juli 2022 vor. Den sogenannten Kündigungsbutton findest Du auf der Seite Deines Internetanbieters, ohne Dich im Kundenportal einzuloggen. Auch das ist vorgeschrieben. Allerdings kannst Du Deinen DSL-Anschluss erst zum Ende der Mindestvertragslaufzeit kündigen. Ist die Mindestlaufzeit bereits beendet, setzt sich Dein Internetvertrag unbefristet mit einer monatlichen Kündigungsfrist fort.
WICHTIG: Möchtest Du den Anbieter wechseln, überlasse ihm die Kündigung beim Alt-Provider. So kannst Du Deine Rufnummer mitnehmen und stellst einen nahtlosen Übergang sicher.
Das kommt auf die Kündigungsfrist Deines Internetvertrags an. Die meisten Anbieter arbeiten mit einer Frist von einem Monat. Deine Kündigung wird erst zum Ende dieser Frist wirksam, dann schaltet der Anbieter den Anschluss ab.
Deinen Internet-Vertrag kannst Du jederzeit kündigen, wenn Du ihn bereits über die Mindestvertragslaufzeit hinaus nutzt. Ist sie bereits ausgelaufen, kannst Du den Vertrag mit einer Kündigungsfrist von einem Monat beenden.
Möchtest Du den Internet-Anbieter wechseln, buchst Du den gewünschten Tarif. Bei der Bestellung informierst Du den neuen Provider über den bestehenden Vertrag. Er kümmert sich darum, dass Du Deine Rufnummer mitnehmen kannst und kündigt gleichzeitig Deinen bisherigen Internet-Vertrag.
Brauchst Du den Internetanschluss nicht mehr, kündigst Du den Vertrag zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Die Anbieter sind verpflichtet, eine Kündigung über ihre Website entgegenzunehmen. Einen entsprechenden Kündigungsbutton solltest Du leicht finden, ohne Dich im Kundenportal einzuloggen. Per E-Mail kannst Du Dein Internet ebenfalls kündigen. Dafür sollte die E-Mail alle notwendigen Daten enthalten, damit Dich Dein Provider eindeutig identifizieren kann: Kundennummer, Vertragsnummer, Name und Anschrift.
Beim Anbieterwechsel kannst Du Deine bestehende Rufnummer mitnehmen. Dein neuer Provider kümmert sich um alles.
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Sehr gute Informationen.