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Wie viel Datenvolumen muss es denn sein?

Ausgebremst: Damit Ihnen das nicht passiert, überprüfen Sie besser, wie Sie im mobilen Netz surfen

Das nervt: Das Datenvolumen ist verbraucht, der Provider drosselt die mobile Surfgeschwindigkeit, das YouTube-Video lädt nicht mehr, ein Bild per Messenger zu versenden dauert gefühlt Stunden. Immerhin: Telefonieren klappt noch reibungslos. Doch wer will schon von liebgewonnen Gewohnheiten lassen: unterwegs keine Musik mehr streamen und keine lustigen Bilder mehr schicken? Ganz klar, das muss mehr Datenvolumen her. Entweder stocken Sie Ihren Vertrag auf oder Sie entscheiden sich für einen neuen. Zuvor steht die Überlegung an, wie viel Datenvolumen brauchen Sie denn nun wirklich? Um das herauszufinden, nehmen Sie am besten Ihr Nutzerverhalten unter die Lupe. Wir helfen Ihnen dabei.

Jederzeit online: Daran haben wir uns gewöhnt. Umso ärgerlicher ist es, wenn das Datenvolumen am Ende ist und der Provider die Bandbreite rapide drosselt.

Was verbrauchen die beliebten Apps?

Bevor Sie sich überlegen, ob Sie ein unbegrenztes Highspeed-Kontingent brauchen, schauen Sie sich am besten an, welche Anwendungen wie viel Ihres Datenvolumens verprassen. Vielleicht finden sich darunter Datenfresser, auf die Sie gut verzichten können. Die werfen Sie am besten gleich vom Smartphone, das schont Ihren Verbrauch. Die Apps ziehen dann selbst im Hintergrund keine Daten mehr.

Fangen wir mit dem beliebtesten Messengerdienst an. Eine schmucklose Textnachricht mit 200 Zeichen verbraucht gerade einmal 1 Kilobyte. Selbst Emojis machen die Nachricht nur unwesentlich größer. Sind Sie ein eifriger Texter, brauchen Sie sich um Ihr Datenkontingent nicht sorgen.

Verschicken Sie noch ein Bild, sind es rund 80 Kilobyte. Sie sagen gern, was Sache ist? Eine Sprachnachricht schlägt mit rund 200 Kilobyte pro Minute zu Buche. Wer hier Datenvolumen sparen möchte, sollte sich an eine alte Binsenweisheit halten: In der Kürze liegt die Würze. Bei einem Video verbrauchen Sie 12 bis 20 Megabyte pro Minute.

Einen gewaltigen Sprung macht der Datenverbrauch bei Anrufen. Telefonieren Sie per WhatsApp, müssen Sie für ein zehnminütiges Gespräch 3 MB einkalkulieren. Quasselstrippen schröpfen da schnell ihr Datenkontingent. Wer sein Gegenüber auch noch gern sieht, verbraucht für zehn Minuten Videoanruf rund 50 MB.

Wenn Sie in der Bahn oder im Bus sitzen, hören Sie Ihre Lieblingsmusik oder Radio. Wenn die Verbindung stabil ist, ist das entspannend. Vielleicht nicht mehr so sehr, wenn Sie erfahren, wie viel Ihres Datenvolumens Sie damit täglich verbrauchen. Musik streamen über Apple Music & Co. zieht rund 2 MB pro Minute von Ihrem Kontingent ab. Ein Radiostream ist mit knapp 1 MB etwas sparsamer.  Hören Sie jeden Tag unterwegs eine Stunde lang Musik, macht das in der Summe zwischen 60 und 120 MB. Macht auf den Monat hochgerechnet schon mehr als 3 GB.

Die Serienjunkies, die auch unterwegs nicht auf ihre Lieblingsserie verzichten können, brauchen ein noch größeres Datenvolumen. Videos über Netflix & Co. schauen saugt am Kontingent mit 5 bis 35 MB pro Minute – das hängt von der gewählten Qualitätseinstellung ab. Pro Stunde macht das bis zu 2,1 GB. Wer jeden Tag eine Stunde schaut, braucht demnach zwischen 9 GB und 63 GB. Da lohnt es sich, sparsam zu sein und für die Wiedergabe übers mobile Netz eine geringere Auflösung zu wählen.

Auch nicht ohne beim Datenverbrauch sind die sozialen Netzwerke. Ein Besuch bei Facebook verschlingt rund 2 MB pro Minute. Werden in der Timeline besonders viele Fotos und Videos geladen, ist der Verbrauch sogar noch höher. Benutzen Sie dazu noch gern den Facebook Messenger, müssen Sie für seine Funktionen mit einem ähnlichen Verbrauch wie bei WhatsApp rechnen. Für Sprachnachrichten und Telefonate gehen pro Minute rund 350 KB drauf. Nehmen Sie mit einem Freund per Videoanruf Kontakt auf, sind es gar 6 bis 8 MB pro Minute.
Facebook bietet für die Sparer unter seinen Nutzern einen Data-Saver-Modus. Den finden Sie in der App unter Einstellungen. Er schaltet das Autoplay für Videos aus und reduziert die Größe der Bilder.

Zu den Datenfresser lässt sich getrost Instagram zählen. Sie srcollen sich endlos durch Fotos und Videos. Pro Minute fallen bei Instagram 1,3 MB an. Der Verbrauch steigt noch, je mehr Sie selbst auf Instagram hochladen. Wie Facebook bietet auch Instagram seinen Nutzern die Möglichkeit, den eigenen Datenverbrauch zu reduzieren. Unter den Einstellungen der App findet sich die Option geringerer Datenverbrauch. Dadurch lädt das soziale Netzwerk Videos nicht mehr im Voraus.

Sehr beliebt, aber auch sehr datenintensiv: Google Maps verrät seinem Nutzer stets, wo er sich befindet und was er in der Nähe findet. Oder wie er auf dem kürzesten Weg wieder fort kommt. Hat Google Maps die gesuchte Adresse gefunden, hat Sie das 2 MB pro Minute gekostet. Vorausgesetzt Sie machen die Karten gleich offline verfügbar. Schauen Sie sich noch weitere Kartenausschnitte an, belastet das Ihr Datenkontingent mit rund 3 MB pro Minute.


Es gibt sparsamere Alternativen zu dem Routenplaner, der auf Android-Geräten vorinstalliert ist. Das Computermagazin Chip.de empfiehlt beispielsweise die kostenlose App HERE WeGo. Bei dem Nachfolger von Nokias Kartendienst können Sie verschiedene Regionen wählen, deren Karten offline geladen werden, sodass die App bei der Navigation keine Daten verbraucht.

Welcher Surfertyp sind Sie? Der genügsame, der Dauersurfer, der Vieltelefonierer oder der Intensivsurfer?

Welche Nutzertypen gibt’s?

Nachdem Sie einen Überblick gewonnen haben, was einzelne Apps an Datenvolumen verbrauchen, kommt der nächste Schritt: Sie analysieren Ihr mobiles Surfverhalten und entscheiden, zu welchem Nutzertypen Sie gehören. Die Einordnung dient als Orientierungshilfe für die Tarifwahl, denn nicht jeder Smartphone-Besitzer ist ein ausgewiesener Dauersurfer und auf ein fast unbegrenztes Datenvolumen angewiesen. Die gute Nachricht ist: Die Datenpakete, die die Anbieter zur Wahl stellen, werden immer größer. Allerdings hinkt Deutschland wie beim Netzausbau anderen europäischen Ländern hinterher. Laut einer Studie von Rewheel surfen Mobilfunkkunden etwa in der Schweiz, in Finnland, Dänemark oder in den Niederlanden für 30 Euro monatlich unbegrenzt im LTE-Netz. In Deutschland müssen Sie folglich noch etwas genauer gucken, was die Tarife so bieten und welcher Ihren Ansprüchen genügt.

Der Vieltelefonierer

Es gibt sie immer noch: die Menschen, die ihr Handy vorrangig zum Telefonieren nutzen. Sie schreiben ab und zu eine Nachricht über einen Messengerdienst wie WhatsApp oder Threema. Auch checken sie unterwegs mal ihre E-Mails oder lesen Nachrichten. Kurzum, dieser Nutzertyp verbraucht wenig Datenvolumen. Seine Nachrichten im Gmail-Postfach abzurufen, kostet 115 KB pro Minute. Der Aufruf von Webseiten nagt ebenfalls gering am Datenvolumen. Durchschnittlich werden beim Abruf einer Webseite rund 200 KB verbraucht. Rein rechnerisch genügt für den Wenigsurfer ein Datenvolumen von 500 MB. Es schadet sicher nicht, vielleicht 2 GB zu nehmen. Bekanntlich ändert sich das Nutzerverhalten mit den Möglichkeiten. Entscheidender für diesen Typ ist aber auf jeden Fall eine Allnet-Flat, mit der er unbegrenzt in alle Mobilfunknetze und ins deutsche Festnetz telefonieren kann.

Der genügsame Surfer

Der genügsame Surfer ist noch vergleichsweise zurückhaltend unterwegs. Er chattet viel per WhatsApp & Co., schaut, was seine Freunde auf Facebook teilen, liest regelmäßig Nachrichten, hört unterwegs gern Radio per Stream oder auch mal einen Podcast.  Das klingt ganz nach Ihnen? Dann sollten Sie für Ihren Tarif ein Datenvolumen von 2 GB einplanen. So stellen Sie sicher, dass Ihnen nicht Mitte des Monats die Luft ausgeht. Wenn die Mobilfunkprovider drosseln, schneiden sie Sie im Grunde vom mobilen Internet ab. Die Datengeschwindigkeit wird auf 16 bis 64 Kbit/s gebremst. Das Laden von Webseiten dauern ewig, Bilder per WhatsApp verschicken braucht fast genauso lange. Das Surfen ist kein Vergnügen mehr. Und wer will das schon?

Der Dauersurfer

Sie verschicken viele Nachrichten, gern auch mit Bildern und kurzen Videos, Sie surfen täglich im Netz, lauschen Musik bei Spotify & Co. und schauen sich unterwegs auch Clips auf YouTube an. In den sozialen Medien sind Sie regelmäßig unterwegs, laden Bilder hoch, um Sie mit Freunden zu teilen. Sie gehören zu den mobilen Dauersurfern. Als Datenkontingent sollten Sie mindestens 3 GB einplanen, um sorglos zu surfen. Auch 5 GB wären nicht verkehrt, um auf steigenden Bedarf vorbereitet zu sein. Schließlich werden die Bilder und Videos auf Instagram immer größer.

Der Intensivsurfer

Wer sein Handy immer griffbereit hat, sein Leben in zahlreichen Fotos und Clips auf Instagram und YouTube mit der Welt teilt, der gehört zweifelsohne zu den Intensivsurfern. Dieser Typus streamt Musik, schaut auch unterwegs seine Lieblingsserien, tauscht sich beständig mit Freunden per Messenger und in den sozialen Netzwerken aus. Im Grunde ist der Intensivsurfer niemals offline. Wenn Sie sich nach der Analyse Ihres Nutzerverhaltens in dieser Kategorie einordnen, sollten Sie sich für einen Tarif mit mindestens 10 GB Datenvolumen entscheiden. Wenn es Ihr Budget hergibt, sollten Sie sogar über einen Vertrag mit unbegrenzter Datenflat nachdenken. Auf diese Weise müssen Sie keine Abstriche machen.

Übrigens bieten einige Provider Zusatzoptionen an, dank derer Sie streamen oder chatten, ohne Ihr Datenvolumen zu belasten. StreamOn nennt die Telekom sie. Einen Rabatt auf die Grundgebühr und mehr Datenvolumen spendiert Ihnen beispielsweise Vodafone, wenn Sie Ihre Festnetz- und Mobilfunkverträge über den GigaKombi-Vorteil verknüpfen.

LTE oder kein LTE?

Das ist hier nicht die Frage. Die Tage von UMTS sind gezählt. Als die Bundesnetzagentur die Frequenzen für den neuen Mobilfunkstandard 5G versteigerte, forderte sie gleichzeitig von den Netzbetreibern ein, das LTE-Netz flächendeckend auszubauen. Dafür trennen sich Telekom und Co. vom langsameren Standard 3G (UMTS).  Die Telekom hält noch bis Ende 2020 an 3G fest, wie das Unternehmen angekündigt hat. Vodafone will das UMTS-Netz bis Ende 2021 abbauen.

Wer also einen neuen Handy-Vertrag abschließt, sollte auf jeden Fall einen LTE-fähigen wählen. Augen auf heißt es auch bei der Smartphone-Wahl: Das Handy sollte, um für die Zukunft gerüstet zu sein, möglichst schon den neuen Mobilfunkstandard 5G beherrschen. Das hängt aber davon ab, in welchem Zyklus Sie Ihr Smartphone austauschen. Wer alle zwei Jahre ein neues Gerät benötigt, kann noch getrost auf 5G verzichten. Nutzen Sie Ihr Smartphone gern fünf, sechs, sieben Jahre lang, gehen Sie vielleicht besser auf Nummer sicher. 

Den Datenverbrauch im Blick behalten

Sie haben Ihr Nutzerverhalten analysiert und den passenden Handytarif gefunden? Nun wollen Sie jedoch Ihren Verbrauch im Auge behalten. Das geht problemlos. In der Regel haben Sie zwei Optionen, um Ihre verbrauchte Datenmenge zu prüfen. Im Kundenportal Ihres Providers können Sie nicht nur Ihre Rechnungen und Tarifdetails einsehen, sondern auch checken, wie viel Datenvolumen Sie bereits verbraucht haben. Dabei zeigt Ihnen Ihr Mobilfunkanbieter den Verbrauch für den Abrechnungsmonat, der sich oft nicht mit dem kalendarischen Monat deckt. Wann der Zeitraum beginnt, hängt damit zusammen, zu welchem Datum Ihr Vertrag aktiviert wurde. So kann ein Abrechnungsmonat auch am 23. beginnen. Haben Sie Ihr Volumen bereits am 10. eines Monats verbraten, hilft es nicht: Um mit Highspeed weiterzusurfen, müssen Sie wohl in ein zusätzliches Datenpaket investieren. Passiert Ihnen das regelmäßig, sollten Sie darüber nachdenken, Ihr Datenkontingent grundsätzlich aufzustocken.

Ihren Verbrauch können Sie zudem direkt auf Ihrem Handy im Blick behalten. Die Funktion ist standardmäßig sowohl bei Android-Smartphones als auch Apple-Geräten eingebaut. Sie können gar ein Datenlimit eingeben und sich warnen lassen, bevor Sie es überschreiten. Ebenso legen Sie fest, zu welchem Tag der Berechnungszyklus beginnt.

Um sich auf einem Android-Handy den Datenverbrauch anzeigen zu lassen, gehen Sie ins Menü und weiter in Einstellungen. Tippen Sie auf Netzwerk & Internet. Dort finden Sie den Menüpunkt Datennutzung. Hier sehen Sie, welche Datenmenge Sie bereits verbraucht haben. Mit einem Wisch aktivieren Sie an dieser Stelle den Datensparmodus. Unter dem Menüpunkt Datenwarnung & Datenlimit finden Sie App-Datenverbrauchszyklus. Tippen Sie darauf und legen Sie fest, an welchem Tag Ihr Abrechnungsmonat beginnt. Sie können zudem ein Limit bestimmen: Erreichen Sie dieses, warnt Sie Ihr Smartphone. Android verrät Ihnen unter Datennutzung durch Apps, welche Anwendungen Sie besonders intensiv verwenden. Sie werden nach der verbrauchten Datenmenge aufgelistet.

Ihren Datenverbrauch haben Sie auch auf dem iPhone im Blick. Gehen Sie auf Einstellungen und tippen Sie auf Mobiles Netz. Ihr bislang verbrauchtes Datenvolumen finden Sie unter Aktueller Zeitraum. Im Gegensatz zu einem Android-Handy zählt das iPhone immer weiter, bis Sie ihm Einhalt gebieten. Um Ihren Verbrauch prüfen zu können, empfiehlt es sich daher, zu Beginn eines neuen Abrechnungsmonats die Statistik zurückzusetzen. Die Option finden Sie unter der App-Liste, deren mobile Daten Sie individuell ausschalten können. Außerdem bietet das iPhone einen Überblick übers Roaming. Das ist praktisch, um auf Reisen außerhalb der Europäischen Union die Kosten zu überwachen.

Brauche ich eine Datenautomatik?

Für den Fall, dass Sie einmal Ihr Datenvolumen überschreiten, bieten die meisten Provider zusätzliche Datenpakete an. Diese buchen Sie dazu und können weiter mit LTE-Geschwindigkeit surfen. So umgehen Sie, aufs Schneckentempo der mobilen Steinzeit zurückgeworfen zu werden. Es gibt Tarife, bei denen eine Datenautomatik grundsätzlich aktiviert ist. In dem Fall wird Ihr Konto automatisch mit einem zusätzlichen Datenpaket belastet, sollte Ihr Kontingent verbraucht sein.  Über diese Möglichkeiten können Sie sich vor Vertragsabschluss bei Ihrem Wunsch-Anbieter erkundigen. Wollen Sie informiert werden, bevor ein Datenpaket nachgebucht wird, lässt sich auch das in der Regel einrichten.  Ihr Anbieter sendet Ihnen eine SMS, bevor das Datenpaket aktiviert wird. Auf diese Weise behalten Sie Ihre Kosten im Blick.

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