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3G wird abgeschaltet: Was bedeutet das für Mobilfunkkunden?

Was steckt hinter dem Aus für den Mobilfunkstandard der dritten Generation

Das Mobilfunknetz wird immer löchriger. Diesen Eindruck mag der Eine oder Andere gewinnen. Er ist nicht unberechtigt. Die drei Netzbetreiber in Deutschland – Telekom, Vodafone und Telefónica – schalten nach und nach das 3G-Netz (UMTS) ab.  Der Grund: Sie brauchen die Frequenzen für den Ausbau von LTE und dem neuen Mobilfunkstandard 5G.

3G wird an den Funkmasten abgeschaltet. 3G vor dem Aus: Zugunsten von LTE und 5G räumen Mobilfunkanbieter Frequenzbereiche frei und rüsten Funkmasten um.

Die Tage des Mobilfunkstandards UMTS (3G) sind gezählt. Im Juni 2019 endete die Auktion der Bundesnetzagentur für die Versteigerung der 5G-Frequenzen. Es war die längste ihrer Art. Nun gehen die vier Bieter – neben den bisherigen Providern hatte auch die 1&1 Drillisch AG mitgeboten – an den Aufbau eines 5G-Netzes.
Doch die Vergabe ist an Bedingungen geknüpft. Unter anderem sollen die Netzbetreiber dafür sorgen, dass 98 Prozent der deutschen Haushalte ans schnelle mobile Internet angeschlossen sind. Oder anders ausgedrückt: Die weißen Flecken – vor allem in ländlichen Regionen – sollen verschwinden. Und schnelles Internet zielt auf den Mobilfunkstandard der vierten Generation, auf LTE, ab. Folglich rüsten die Provider kräftig auf und kappen im Gegenzug das 3G-Netz.

Rückfall ins mobile Steinzeitalter

Dabei gibt es nur ein Problem: 53 Prozent der in Deutschland aktiven SIM-Karten buchen sich gar nicht ins LTE-Netz ein, wie Spiegel Online berichtet. Ist für die betroffenen Handynutzer kein UMTS-Netz erreichbar, loggen sich ihre Handys automatisch ins 2G-Netz ein. Das kommt dem Rückfall ins mobile Steinzeitalter gleich. Über Edge (2G), das nahezu ganz Deutschland abdeckt,  läuft noch der SMS-Versand. Mehr als Telefonieren ist jedoch nicht drin: Die Übertragungsgeschwindigkeit von 2G ist so gering, dass Webseiten nicht geladen werden. Eine Textnachricht geht per WhatsApp zwar noch raus, hängt ein Bild dran, bleibt es möglichweise trotz viel Geduld stecken. Und Musik streamen über Edge? Vergessen Sie’s!

Das Ende naht 2020/2021

Die Netzbetreiber haben sich einen straffen Zeitplan auferlegt: Vodafone will 3G zwischen Ende 2020 und 2021 abschalten. Die Telekom kappt das Netz bereits zu Ende 2020. Telefónica, Betreiber des o2-Netzes, hat bislang noch keinen Termin verlauten lassen, zu dem der 3G-Betrieb eingestellt wird. Klar ist allerdings, dass auch Telefónica dem Beispiel der Konkurrenz folgen wird. Darauf deutet unter anderem hin, dass der Provider bereits im Mai dieses Jahres UMTS-Tarife aus dem Programm genommen hat. Zudem werden Free-Tarif-Kunden nicht mehr ins 3G-Netz geschickt, wenn ihr Datenvolumen aufgebraucht ist. Stattdessen surfen sie weiter mit LTE-Tempo.

Hingegen bringen Telekom und Vodafone über ihre Töchterunternehmen congstar und otelo nach wie vor UMTS-Tarife an den Mann. Allerdings können Kunden eine LTE-Option gegen einen monatlichen Aufpreis dazubuchen. Damit sind sie für Tag X, wenn UMTS abgeschaltet wird, auf der sicheren Seite.

Problematisch: Tarife ohne LTE-Option

Jedoch gibt es andere Mobilfunkdiscounter, die ihren Kunden diese Option gar nicht bieten können. Sie nutzen zwar alle die Netze der großen drei Betreiber, doch wird ihren Kunden der Zugang zum LTE-Netz verwehrt. Diese Kunden müssen auf jeden Fall handeln, wenn sie auch künftig mehr wollen als SMS schreiben und mit ihrem Handy telefonieren.

Aber nicht in allen Fällen liegt es am Tarif: Es sind auch viele veraltete Geräte noch immer im Einsatz. Sie halten und halten und halten. Nur beherrschen sie eben nicht LTE. Selbst wenn der Tarif des Handybesitzers LTE-fähig ist, kann sich das Gerät einfach nicht in das schnelle Netz einwählen.

Bundesnetzagentur fordert raschen 4G-Ausbau

Der rasante LTE-Abbau geht auf die Vorgabe der Bundesnetzagentur zurück, die den Netzbetreibern auferlegt hat, 98 Prozent der deutschen Haushalte bis Ende 2019 mit einer Bandbreite von mindestens 50 Mbit/s zu versorgen. Diese Leistung kann UMTS nicht bringen. Nun wird das 3G-Netz als erstes in Deutschland wieder verschwinden. LTE hingegen bringt es auf 50 Mbit/s und deutlich mehr und liefert dazu noch eine weitaus bessere Sprachqualität. Die vierte Generation ist der Standard für die nahe Zukunft. Bis 5G flächendeckend installiert ist, werden noch einige Jahre ins Land gehen.

Besonders eifrig ist derzeit Telefónica beim LTE-Ausbau. Rund 10.000 LTE-Aufrüstungen will der Mobilfunkbetreiber bis Ende des Jahres vornehmen, um auf dem Land ein schnelles mobiles Netz in der Fläche bereitzustellen und das Netz in den Städten zu verdichten. Telefónica richte dabei sein Augenmerk insbesondere auf unterversorgte Regionen wie Schleswig-Holstein, Mecklenburger Seenplatte oder den Schwarzwald. Das o2-Netz ist bislang aber auch das mit den meisten Funklöchern. Bei der auf Einwohner bezogenen LTE-Netzabdeckung lag die Telekom bei 98 Prozent und Vodafone bei 93 Prozent. Telefónica hingegen brachte es auf 88 Prozent (Stand: Ende 2018).

Die Telekom wiederum nimmt bereits seit 2018 neue Mobilfunkmasten in Betrieb, die nicht mehr mit 3G-Technik ausgerüstet werden, sondern nur noch mit LTE- und GSM-Antennen. Ganz offensichtlich ist das Ende von 3G/UMTS schon länger besiegelt. Hinzu kommt, wie PCWelt berichtet, dass bei der Versteigerung der 5G-Frequenzen unter anderem an den vierten Bieter Drillisch (1und1) Frequenzpakete gingen, die bislang für 3G genutzt wurden, auf denen jedoch ab 2026 der neue Mobilfunkstandard 5G funken soll.

Ursachen für fehlenden LTE-Empfang

Wer bereits im LTE-Netz unterwegs ist, wird das Abschalten kaum bemerken. Da die Netzbetreiber ihre LTE-Netze verdichten, surft er an Orten, wo bislang nur 3G funkte, einfach in gewohnter Geschwindigkeit weiter. Deutlich spürbar wird der Wegfall von 3G allerdings an jenen Orten, die der vierte Mobilfunkstandard noch nicht erreicht: Dort ist es dann vorbei mit dem mobilen Surfen. Das weiterhin genutzte 2G-Netz, das als Fallback dient, sollte LTE nicht verfügbar sein, lässt eben nur Telefonieren und Simsen zu. Mehr nicht.

Wer jedoch bislang nur im 3G-Netz surft, steckt in der Klemme. Im Zweifelsfall kann er gar nicht mehr mobil surfen. Denn wie die Bundesnetzagentur herausgefunden hat, loggen sich rund 53 Prozent der in Deutschland aktiven SIM-Karten gar nicht ins LTE-Netz ein. Die Bundesnetzagentur nennt zwar verschiedene Ursachen dafür. Zum einen sind viele alte SIM-Karten im Umlauf. Sie sind einfach nicht in der Lage, sich ins LTE-Netz einzubuchen, selbst wenn der Tarif das hergeben würde. Zum anderen liegt es an veralteten Smartphones, die den vierten Mobilfunkstandard noch nicht beherrschen.

Eine weitere Ursache stellt der Tarif dar. Gerade viele kleine Mobilfunkdiscounter haben keine LTE-Option im Programm. Sie nutzen die Netze der großen drei Betreiber, jedoch ohne Zugang zum LTE-Bereich. Zwar haben die Netzbetreiber begonnen, den LTE-Bereich auch für Drittanbieter freizugeben, sie haben sich aber noch nicht komplett geöffnet. Die Ausnahme bildet Telefónica. Der Provider hat LTE bereits vor einiger Zeit für andere Anbieter freigegeben.

Tarif ohne LTE? Da hilft auf absehbare Zeit nur die Kündigung.

Was Sie tun können

Wollen Sie nun sichergehen, dass Sie nicht plötzlich ins mobile Steinzeitalter zurückfallen, sollten Sie zunächst einen Blick auf Ihr Smartphone werfen. Zeigt es im oberen Balken LTE oder 4G an, müssen Sie sich keine Gedanken machen. Ihr Vertrag ist in dem Fall LTE-fähig – ebenso wie Ihr Smartphone.

Sind Sie allerdings in einer Ecke Deutschlands zu Hause, wo das LTE-Netz noch nicht angekommen ist, dann ist die Info-Zeile Ihres Smartphones kaum aussagekräftig. In dem Fall hilft nur: Prüfen Sie Ihren Vertrag, ob er LTE-fähig ist. Falls Sie keinen Hinweis darauf in den Unterlagen oder im Kundenportal Ihres Betreibers finden, rufen Sie am besten bei Ihrem Provider an und fragen nach. Klären Sie am besten auch gleich ab, ob Ihre SIM-Karte über eine LTE-Funktion verfügt, falls Sie sie schon ein paar Jahre benutzen. Ist die Karte veraltet, können Sie in der Regel problemlos eine neue anfordern, um Ihren Tarif auch seinen Konditionen gemäß zu nutzen. Und natürlich sollten Sie sich vergewissern, dass Ihr Smartphone LTE-tauglich ist. Informationen dazu finden Sie in der Bedienungsanleitung oder im Internet auf der Herstellerseite bei den technischen Details.

Sollten Sie eigentlich in Ihrer Region LTE-Empfang haben und Sie surfen stattdessen nur in UMTS-Tempo, stellt sich die Frage: Hängt es am Vertrag oder am Handy? Liegt es am Vertrag, sollten Sie sich am besten nach einem neuen umschauen. Ist das Gerät schuld, dass Sie noch im UMTS-Netz verweilen, empfiehlt sich ein Gerätetausch.
Ist es weder das Eine noch das Andere, bleibt nur die SIM-Karte als Ursache. Möglicherweise verwenden Sie ein so altes Exemplar, dass sie noch nicht vertraut ist mit dem LTE-Standard. Sollte dem so sein, fordern Sie bei Ihrem Provider eine neue SIM-Karte an.

Kündigungsfrist beachten

Falls Sie einen neuen Tarif brauchen, um auch nach 2020/2021 mobil zu surfen, achten Sie auf die Kündigungsfrist Ihres bisherigen Vertrags. Sie liegt üblicherweise zwischen einem und drei Monaten. Schauen Sie sich daher frühzeitig nach einem passenden neuen Tarif um. An ein neues Smartphone kommen Sie erfahrungsgemäß schneller. Die Geräte werden innerhalb weniger Werktage geliefert.

Übrigens: Wollen und müssen Sie sich nach einem neuen Tarif umschauen, hilft Ihnen unser Online-Shop gern weiter. Zum Portfolio gehören zwar noch zwei Provider, die nach wie vor 3G-Tarife mit anbieten. Jedoch lassen sich diese um eine LTE-Option aufstocken. Der Kundenservice von LogiTel hilft Ihnen gern bei der Suche nach einem passenden, zukunftsfähigen Tarif. 

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