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Netzbetreiber stopfen gemeinsam Funklöcher

Telekom, Telefónica und Vodafone vernetzen zusammen Straße, Schiene und Wasser

Drei für ein vernetztes Deutschland: Telekom, Telefónica und Vodafone machen gemeinsame Sache, um das Mobilfunknetz auf dem Land und entlang von Straßen, Schienen und auf Flüssen auszubauen. Die Funklöcher an den Verkehrswegen sollen verschwinden. Dafür errichten die Netzbetreiber zusammen rund 6.000 neue Mobilfunk-Standorte.

Vodafone, Telekom und Telefónica wollen gemeinsam die Funklöcher stopfen. Vodafone, Telekom und Telefónica wollen gemeinsam die Funklöcher stopfen. © Vodafone

Sie sollen die Funklöcher auf dem Land und an den Verkehrswegen stopfen. Das war eine Bedingung, die die Bundesnetzagentur an die Vergabe der 5G-Frequenzen geknüpft hatte. Um die im europäischen Vergleich noch recht zahlreichen weißen Flecken auszumerzen, machen die großen Drei nun gemeinsame Sache. Deutsche Telekom, Telefónica Deutschland und Vodafone wollen den Ausbau der mobilen Breitband-Versorgung gemeinsam angehen. Das haben die Netzbetreiber in einer Absichtserklärung festgehalten, die sie nun unterzeichnet haben. „Heute schmieden wir eine Allianz gegen die weißen Flecken. Und machen mehr Mobilfunk möglich, wo er nicht wirtschaftlich ist“, sagt Hannes Ametsreiter, CEO von Vodafone Deutschland.

Netzbetreiber errichten 6.000 Funkmasten

Zunächst planen die Drei bis zu 6.000 neue Mobilfunk-Standorte koordiniert aufzubauen und zu nutzen. „Uns Mobilfunk-Anbieter verbindet das Ziel, noch bestehende weiße Flecken im Mobilfunknetz schnellstmöglich zu schließen. Infrastruktur zu teilen ist für uns nicht neu, in diesem Umfang aber ein sehr großer Schritt in die richtige Richtung. Denn schnelles Internet und hervorragende Sprachqualität auf Straße, Schiene und Wasser sind für eine mobile Industrienation wie Deutschland entscheidend“, sagte Telekom Deutschland-Chef Dirk Wössner
Gemeinsam stellen die großen Drei zusätzliche Funkmasten und -türme auf. Gemeinsam nutzen sie die neuen Mobilfunkstandorte. Das spare im Vergleich zum individuellen Ausbau deutlich Zeit und Kosten, wie die Netzbetreiber mitteilen. Vorgesehen ist, dass die beteiligten Unternehmen eine gleiche Anzahl neuer Standorte errichten. Die Kooperationspartner können die Funkmasten nach Bedarf zu gleichen Bedingungen mit eigenen Antennen ausrüsten. „Diese Zusammenarbeit ist ein hervorragendes Beispiel für intelligente Kooperationen und der nächste logische Schritt. Denn wir müssen an einem Strang ziehen, wenn wir Deutschland als führenden Wirtschaftsstandort stärken und in die Zukunft führen wollen. Gemeinsam werden wir Deutschland bei der Digitalisierung einen bedeutenden Schritt voranbringen“ , sagt Markus Haas, CEO von Telefónica Deutschland.

Netzbetreiber bauen gemeinsam und teilen

Rund 6,5 Milliarden Euro haben die Netzbetreiber im Sommer 2019 für die 5G-Lizenzen auf den Tisch gelegt. Die Zusammenarbeit diene nun dazu, auf wirtschaftlich tragbarem Weg weitgehend Funklöcher in wenig besiedelten Regionen und entlang von Verkehrswegen zu schließen. Die im Zuge der Frequenz-Auktion von der Bundesnetzagentur verhängten Auflagen erforderten Investitionen in Milliardenhöhe, wie die Konzerne mitteilen. Die drei Unternehmen halten die Auflagen nach wie vor für unverhältnismäßig und rechtswidrig. Deshalb ziehen sie ihre laufenden Klagen nicht zurück. Zudem erschwerten vermehrte Bürgerinitiativen und administrative Hürden den Ausbau der Netze, wo er teils am meisten benötigt werde. Dabei: „Davon profitieren künftig Hunderttausende. Ob in kleinen Landgemeinden, an Straßen oder Bahnstrecken. In weißen Flecken werden wir Betreiber gemeinsam bauen und teilen. Und im Rest des Landes uns weiterhin im starken Infrastruktur-Wettbewerb gegenüberstehen. Das ist gut fürs Netz, gut für den Kunden und gut für Deutschlands digitale Zukunft“ , sagt Vodafone-CEO Hannes Ametsreiter.

Netzbetreiber einigen sich im Frühjahr auf weitere Details

Das Bundeskartellamt ist über die Kooperationspläne informiert. Bereits in der Vergangenheit hatte die Bundesnetzagentur deutlich gemacht, dass sie die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur grundsätzlich für sinnvoll halte. Spätestens im Frühjahr 2020 sollen die weiteren Details der Kooperation vertraglich festgelegt werden. Die gemeinsame Netzausbau-Planung könnte dann zeitnah starten. Bis dahin kann aus dem Trio noch ein Quartett werden: Die Kooperationspartner haben Drillisch (1&1), den vierten Bieter um 5G-Frequenzen, eingeladen, beim gemeinsamen Netzausbau einzusteigen. Allerdings erwarten die Drei, dass sich der Netz-Neuling im gleichen Umfang beteilige.

Staatliche Zuschüsse für die letzten weißen Flecken

Um im Anschluss die letzten weißen Flecken im Mobilfunknetz Deutschlands zu stopfen, können sich die großen Drei eine weitere Zusammenarbeit vorstellen, wie sie verlauten lassen. Doch erwarten sie dabei auch Hilfe vom Staat. Er soll ihnen Zuschüsse gewähren, um einzelne noch übrig gebliebene Funklöcher zu schließen.

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Portrait Jenny Bernard

Etliche Jahre hat Jenny Bernard als Redakteurin für verschiedene Lokalzeitungen gearbeitet. Irgendwann war es Zeit für etwas Neues. Nun taucht sie mit viel Freude ab in die smarte Digitalwelt, um Sie zu informieren und Ihnen weiterzuhelfen.

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