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Rufnummer mitnehmen: Was Du beachten musst

Von seinem Mobilfunkanbieter möchte man sich ja vielleicht trennen, doch eigentlich nicht von seiner Rufnummer, unter der einen Familie, Freunde, Arbeitskollegen abgespeichert haben. Was also tun? Ganz klar: Du nimmst Deine Rufnummer einfach mit. Das geht problemlos, wenn Du einige Dinge beachtest.

Wer seine Rufnummer mitnehmen möchte, muss vor allem auf identische Angaben achten. Den Netzbetreiber wechseln? Ja, warum nicht. Aber die Rufnummer? Bloß nicht!

Die Rufnummernportierung meint die Mitnahme der eigenen Telefonnummer. Allerdings nicht in den Urlaub. Wechselst Du Deinen Mobilfunkvertrag, wechselt Deine Telefonnummer mit. Auch Festnetznummern können zu einem anderen Anbieter umziehen. Die Bedingungen für das Mitnehmen der Rufnummer regelt das Telekommunikationsgesetz (TKG). Es gewährt dem Verbraucher einen Rechtsanspruch auf die sogenannte Rufnummernportierung. Der Rechtsanspruch erstreckt sich allerdings nicht auf einen Tarifwechsel beim selben Anbieter. In dem Fall liegt es im Ermessen des Providers, ob Du Deine bisherige Nummer behältst.

Was muss ich bei der Portierung beachten?

Zumeist geht ein Anbieterwechsel mit der Portierung der Rufnummer einher. Du hast also Deinen alten Mobilfunkvertrag gekündigt und meldest Dich bei einem anderen Provider an. Deine liebgewonnene Handynummer möchtest Du jedoch nicht hergeben. Kein Problem, das Gesetz ist auf Deiner Seite: Das TKG sichert Dir quasi ein lebenslanges Nutzungsrecht an Deiner Rufnummer zu. Sie geht dabei allerdings niemals in Deinen Besitz über. Ein feiner, juristisch relevanter Unterschied, der eben Dich zum Handeln zwingt, möchtest Du das Nutzungsrecht an der gewohnten Nummer behalten.

Beide Anbieter informieren

Grundsätzlich der einfachste Weg, um Deine Rufnummer zu behalten, ist es, bereits bei der Kündigung des alten Vertrags anzugeben, dass Du die Telefonnummer mitnehmen möchtest. Anschließend zurrst Du den neuen Vertrag fest und beauftragst sogleich Deinen neuen Anbieter mit der Portierung. Er wickelt das Ganze ab und teilt Dir mit, zu welchem Datum die Portierung erfolgt. Danach telefonierst und surfst Du unter Deiner gewohnten Rufnummer zu den neuen Vertragsbedingungen. Klingt im Großen und Ganzen recht simpel, dennoch birgt das Verfahren einige Fallstricke, an denen die Rufnummernmitnahme scheitern kann.

Die Fallstricke bei der Rufnummernmitnahme

Der erste Schritt: Prüfe Deine Daten. Beantrage am besten erst danach die Rufnummernmitnahme. „Lehnt ein Anbieter die Portierung ab, liegt es häufig daran, dass die Daten beim alten und neuen Anbieter nicht übereinstimmen“, berichtet Christoph Felderhoff, Produktmanager Telekommunikation bei LogiTel, aus langjähriger Berufspraxis. Die Daten, die gemeint sind: Name, Vorname, Handynummer, Geburtsdatum und gegebenenfalls noch die Adresse. „Die Daten müssen absolut identisch sein“, betont der LogiTel-Experte.

Angaben prüfen und aktualisieren

Bevor Du also die Kündigung aufsetzt oder einen neuen Vertrag abschließt, aktualisiere die Angaben, die Du beim alten Provider hinterlegt hast. Und achte darauf, dass Du die gleichen Daten bei Deinem neuen Mobilfunkanbieter speicherst. Benutzt Du Deinen zweiten Vornamen? Dann gib ihn auch bei Deinem neuen Provider an. Im Geburtsdatum hat sich ein Fehler eingeschlichen? Korrigiere dies bei Deinem alten Anbieter. Nur so gehst Du sicher, dass die beiden Betreiber Dich eindeutig als ein und dieselbe Person identifizieren und die Portierung abwickeln können.

Tarifwechsel: Vertragsverlängerung ist die sicherste Option

Wer bei seinem Anbieter einen anderen Tarif abschließen möchte, sollte sich das mit der Kündigung des bestehenden Vertrags gut überlegen. In dem Fall besteht nämlich kein Rechtsanspruch auf die Mitnahme der Rufnummer. Die Vertragsverlängerung verbunden mit dem Tarifwechsel ist die sicherste Option, um an der liebgewonnenen Rufnummer festzuhalten. „Für das Smartphone zahlt man dann vielleicht mehr als bei einem Neuvertrag. Dafür behält der Kunde auf jeden Fall seine Nummer“, weiß der LogiTel-Experte. Entscheidest Du Dich für eine Vertragsverlängerung, kannst Du sie für viele Anbieter über unseren Handy-Shop abwickeln.

Die Portierung braucht ihre Zeit

Neben den Kundendaten, die nicht übereinstimmen, stolpert so manche Portierung über den zeitlichen Aufwand, den der neue und der alte Anbieter benötigen, um die Rufnummernmitnahme abzuwickeln. Rund sieben Arbeitstage solltest Du für die Portierung einkalkulieren, empfiehlt die Bundesnetzagentur. Und das auch nur, wenn alles glatt läuft, also keine Unstimmigkeiten auftauchen. Dann dauert es noch länger.

Wann kannst Du Deine Rufnummer mitnehmen?

Für Mobilfunknummern gilt grundsätzlich: Die kannst Du jederzeit mitnehmen. Selbst wenn Dein Vertrag noch beispielsweise ein Jahr laufen sollte, kannst Du die Rufnummer bereits auf einen anderen Vertrag umziehen. Das ist bei Festnetznummern anders; diese können ausschließlich zu Vertragsende übernommen werden.

Fristen einhalten

Doch der Reihe nach: Der klassische Fall ist die Mitnahme zum Ende des Vertrags. Du schließt einen neuen ab und möchtest Deine Rufnummer auf jeden Fall mitnehmen. Das ist Dein gutes Recht, wenn Du Dich an die Fristen hältst. Üblicherweise kannst Du die Portierung beim Altanbieter bis zu vier Monate (123 Tage) vor Vertragsende beantragen. Der unkomplizierteste Weg: Du kündigst Deinen Vertrag – die meisten Provider haben sich auf eine Kündigungsfrist von drei Monaten festgelegt. Mit der Kündigung informierst Du Deinen Altanbieter, dass Du Deine Rufnummer mitnehmen möchtest.

Der Kunde ist gefragt

Nun hast Du genügend Zeit, sich nach dem passenden Tarif umzuschauen. Mit Vertragsabschluss teilst Du dem neuen Anbieter mit, dass Du Deine bisherige Telefonnummer mitbringen möchtest. Während des Bestellvorgangs im LogiTel-Handyshop kannst Du Deinen Wunsch bereits signalisieren, der dann an den neuen Anbieter übermittelt wird. Allerdings: „Händler wie wir dürfen nach dem Gesetz keine Rufnummernmitnahme für ihre Kunden abwickeln“, betont Produktmanager Christoph Felderhoff. Für Dich bedeutet das: Deinen alten Provider über Deinen Wunsch zu informieren, liegt ebenso allein bei Dir wie das Beseitigen von Unstimmigkeiten. „Da sind uns die Hände gebunden“, bedauert der LogiTel-Fachmann.

Wunschtermin festlegen

Hast Du also die Portierung bei Deinem Altanbieter angekündigt und den neuen Provider beauftragt, kümmert sich der neue Anbieter um die Abwicklung. Er teilt Dir das Portierungsdatum mit – also den Tag, an dem Deine Rufnummer vom alten Vertrag auf den neuen übergeht. Entweder informiert er Dich per SMS oder postalisch. Du kannst Deinem neuen Anbieter wahlweise auch einen Wunschtermin für die Portierung nennen. Am besten entscheidest Du Dich für den Tag nach Ablauf Deines bisherigen Vertrags, so telefonierst Du übergangslos unter Deiner gewohnten Nummer weiter.

Die vorzeitige Portierung

Auch aus einem laufenden Vertag kannst Du Deine Rufnummer mitnehmen. Dafür musst Du die sogenannte Opt-In-Option setzen: Du bittest um die Freigabe Deiner Rufnummer. Damit räumt Dein bisheriger Provider dem neuen Anbieter eine Frist von 90 Tagen ein, um die gewünschte Rufnummer anzufordern. Sollte die Frist verstreichen, bevor die Nummer übertragen ist, ist das kein Problem. Du kannst das Opt-In jederzeit erneut setzen.

Die vorzeitige Portierung hat allerdings einen Haken: Nur weil Du Deine Rufnummer an einen anderen Vertrag bindest, befreit Dich das nicht aus Deinem bisherigen. Dein Altanbieter vergibt üblicherweise eine neue Rufnummer für die restliche Laufzeit. Du zahlst also doppelt.

Die nachträgliche Portierung

Dein neuer Vertrag läuft bereits, Du hast auch eine neue Handynummer, bist mit der jedoch unglücklich und wünschst Dir Deine alte Nummer zurück. Dann musst Du Dich sputen. Du kannst auch nachträglich die Portierung beantragen. Doch dafür hast Du nur 30 Tage Zeit. Melde Dich also schleunigst beim ehemaligen Anbieter, um die Rufnummernmitnahme zu beantragen. Und wende Dich an Deinen neuen Provider, um die Portierung in die Wege zu leiten. Dein Anbieter ruft Deine alte Nummer ab und teilt Dir das Portierungsdatum mit. In der Regel benötigst Du keine neue SIM-Karte mehr. Du musst nur am Tag der Portierung Dein Handy ausschalten und neu starten. Mit dem Neustart wird die Rufnummer auf Deine SIM-Karte geladen und Du telefonierst wieder unter Deiner gewohnten Nummer.

Wichtig: Auch bei einer nachträglichen Portierung musst Du sicherstellen, dass Deine Daten beim alten und neuen Anbieter übereinstimmen. Ansonsten kann die Mitnahme abgelehnt werden.

Was müssen Prepaid-Kunden beachten?

Wer bislang einen Prepaid-Tarif nutzt, hat ebenso einen Anspruch darauf, seine Rufnummer mitzunehmen. Selbst ein Wechsel von einem Prepaid-Anbieter zu einem anderen ist möglich. Und selbstverständlich der Umstieg auf einen Laufzeitvertrag. Um die Portierung zu beantragen, musst Du eine sogenannte Verzichtserklärung einreichen. Entsprechende Vordrucke halten die meisten Anbieter im Servicebereich auf ihren Internetseiten bereit. „Manchen Anbietern genügt es auch, wenn der Kunde anruft. Andere verlangen wiederum eine richtige Kündigung. Am besten erkundigen sich die Kunden vorher bei ihrem Anbieter“, rät LogiTel-Experte Christoph Felderhoff. Sie sollten bei ihrem Prepaid-Anbieter auch nachfragen, zu welchem Zeitpunkt die Portierung erfolgt. „Meist machen die Prepaid-Anbieter die SIM-Karte sofort platt, wenn die Anfrage vom Neuanbieter kommt“, erklärt der Fachmann. Das solltest Du beim Vertragsabschluss berücksichtigen und den Starttermin des Vertrages entsprechend wählen.

Zusatzoptionen rechtzeitig kündigen

Wenn Du Dich von Deinem Prepaid-Tarif trennst, solltest Du darauf achten, Zusatzoptionen wie zum Beispiel Freiminuten oder Datenvolumen rechtzeitig zu kündigen. Meist müssen die Optionen separat beendet werden. Zudem solltest Du die eventuell noch anfallenden Kosten berücksichtigen, die vom Guthaben der SIM-Karte abgebucht werden – etwa für die Freigabe der Rufnummer oder das Entsperren des SIM-Lock-Handys.

Deine Festnetznummer nimmst Du ebenfalls mit

Der Rechtsanspruch auf die Mitnahme der Rufnummer gilt auch fürs Festnetz. Allerdings kannst Du bei Festnetzverträgen (DSL/Kabel/Glasfaser) ausschließlich zum Vertragsende die Portierung beantragen. Wechselst Du also den Anbieter, musst Du sicherstellen, dass der alte Vertrag am Tag der Portierung bereits beendet ist. Zudem sollte im neuen Vertrag bereits festgeschrieben sein, dass Du Deine gewohnte Rufnummer ab Laufzeitbeginn nutzt, empfiehlt die Bundesnetzagentur.

Frühzeitig die Portierung beantragen

Für die Abwicklung zwischen den beiden Betreibern solltest Du mindestens zehn Arbeitstage kalkulieren. Daher empfiehlt es sich, Deinen neuen Anbieter möglichst frühzeitig zu informieren. Und Du solltest auch rechtzeitig Deinen bisherigen Provider in Kenntnis setzen – und vor allem auf die Kündigungsfrist achten.

Wie bei Mobilfunkverträgen gilt: Die Daten müssen identisch sein. Andernfalls könnte die Portierung klemmen. Aktualisiere daher Deine Angaben, bevor Du den Auftrag für die Rufnummernmitnahme erteilst.

Gebühren und Wechselbonus

Wie so vieles im Leben gibt es auch die Rufnummernmitnahme nicht umsonst. Die Mobilfunk- und Festnetzbetreiber erheben für die Freigabe der Telefonnummer Gebühren in unterschiedlicher Höhe. Allerdings hat die Bundesnetzagentur die Höhe gedeckelt. Mobilfunkanbieter dürfen maximal 30,72 Euro (Stand: 2019) verlangen. Im Gegenzug belohnen die Anbieter die Mitnahme der Rufnummer mit einem Wechselbonus. Zwischen 25 und 30 Euro legen sie dafür auf den Tisch.

Prepaid-Guthaben aufladen

Wer von einem Prepaid-Tarif wechselt, sollte dafür sorgen, dass ausreichend Guthaben vorhanden ist, um die Kosten zu decken. Den Wechselbonus von Deinem neuen Anbieter erhältst Du erst später. Reicht das Guthaben nicht, lehnt Dein bisheriger Provider höchstwahrscheinlich die Portierung ab. Sorgen um Dein Restguthaben musst Du Dir übrigens nicht machen: Die Mobilfunkbetreiber sind verpflichtet, Dir Dein restliches Guthaben auszuzahlen. Die Verbraucherzentrale stellt Dir ein Musterschreiben zur Verfügung.

Günstiger ist die Portierung für Festnetznummern. Die Bundesnetzagentur hat die Gebüht auf maximal 11,44 Euro (Stand: 2019) festgeschrieben.

Hat die Portierung nicht so geklappt, wie Du Dir das vorgestellt hast? Beschwerden nimmt die Bundesnetzagentur entgegen. Oder möchtest Du Dich noch ausführlicher über Deine Rechte bei einem Anbieterwechsel informieren? Auch in dem Fall ist die Bundesnetzagentur Deine Anlaufstelle.

Portrait Jenny Bernard

Etliche Jahre hat Jenny Bernard als Redakteurin für verschiedene Lokalzeitungen gearbeitet. Irgendwann war es Zeit für etwas Neues. Nun taucht sie mit viel Freude ab in die smarte Digitalwelt, um Sie zu informieren und Ihnen weiterzuhelfen.

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