Eine Touristin fotografiert am Palmenstrand einen Surfer, der auf einer Welle reitet. Beim Roaming im Ausland gilt es einiges zu beachten, damit das Surfen im Internet nicht zur Kostenfalle wird.

Roaming in aller KĂŒrze 

  • Beim Roaming telefonierst und surfst Du ĂŒber ein fremdes Mobilfunknetz. Dabei wird zwischen Nationalem und Internationalem Roaming unterschieden. ZusĂ€tzliche GebĂŒhren kommen nur beim Internationalem Roaming auf Dich zu.  
  • Die Roaming-Verordnung der EuropĂ€ischen Union (EU) sichert Dir zu, Deinen Handyvertrag auf Reisen durch EU-LĂ€nder nutzen zu können, als wĂ€rst Du zu Hause unterwegs.  
  • Eine weltweit gĂŒltige Kostenbremse soll Handynutzer vor exorbitanten Roaming-GebĂŒhren schĂŒtzen. Seit 2022 mĂŒssen auch Betreiber von Satellitennetzen auf Schiffen und an Bord von Flugzeugen ĂŒber die anfallenden Kosten informieren und eine Option anbieten, die Nutzung des fremden Netzes abzulehnen.  

Was ist Roaming beim Handy?  

Der Begriff Roaming stammt aus dem Englischen (dt. „umherwandern“, „streunen“ oder „umherstreifen“). Er bezieht sich auf die Nutzung eines fremden Mobilfunknetzes. Dabei wird zwischen Internationalem und Nationalem Roaming unterschieden. Telefonierst und surfst Du im Ausland ĂŒber Deine deutsche SIM-Karte, fĂ€llt das unter Internationales Roaming und kann mit zusĂ€tzlichen GebĂŒhren verbunden sein. Beim Nationalen Roaming buchen sich Kunden eines Providers in das Mobilfunknetz eines anderen Netzbetreibers ein, um ihren Handytarif nutzen zu können. FĂŒr das Nationale Roaming entstehen keine zusĂ€tzlichen Kosten. O₂ und E-Plus haben das Verfahren im Zuge ihres Zusammenschlusses unter dem Dach von TelefĂłnica praktiziert. Aktuell sichert ein Vertrag zwischen TelefĂłnica und der Drillisch AG 1&1-Kunden, ihre Mobilfunktarife ĂŒbers o2-Netz deutschlandweit nutzen zu können. Der 1&1-Mutterkonzern hat damit begonnen, ein viertes Mobilfunknetz zu errichten.  

EU-Roaming: So surfst Du sorglos im Ausland!

Seit Juni 2017 gilt fĂŒr Mobilfunktarife in der EuropĂ€ischen Union (EU) die Roaming-Verordnung „Roam like at home“. Damit sind die Roaming-GebĂŒhren innerhalb der EU gefallen. Du nutzt Deinen Handytarif in den Mitgliedsstaaten der EU und des EuropĂ€ischen Wirtschaftsraums (EWR) zu den gleichen Konditionen wie zu Hause. GesprĂ€chsminuten, SMS und Daten, die Du im Ausland verbrauchst, werden auf das vertragliche Kontingent angerechnet. Mit der Novelle der EU-Verordnung von 2022 mĂŒssen die Mobilfunkanbieter nun zudem gewĂ€hrleisten, dass Du auf Reisen durchs EU-Ausland auch die gleichen Dienstleistungen nutzen kannst wie zu Hause, sofern die entsprechenden Technologien vorhanden sind. Surfst Du zu Hause ĂŒbers 5G-Netz, kannst Du das ebenso in Deinem Urlaubsland. Vorausgesetzt natĂŒrlich, der 5G-Standard ist dort ebenfalls ausgebaut.  

Hinweis: Telefonate von Deutschland ins Ausland fallen nicht unters Roaming. FĂŒr diese GesprĂ€che gelten die Auslandstarife Deines Providers. Wie teuer Anrufe nach Spanien oder in die USA sind, kannst Du den Preislisten Deines Mobilfunkanbieters entnehmen.  

EU-Roaming ist in diesen LĂ€ndern kostenlos

Die Regelung zum EU-Roaming beschrĂ€nkt sich nicht allein auf die 27 Mitgliedsstaaten der EuropĂ€ischen Union. Sie umfasst auch die LĂ€nder des EuropĂ€ischen Wirtschaftsraums (EWR). Das EU-Roaming gilt in Belgien, Bulgarien, DĂ€nemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, in den Niederlanden, Österreich, Polen, Portugal, RumĂ€nien, Slowakei, Slowenien, Schweden, Spanien, in der Tschechischen Republik, Ungarn, Zypern sowie in den EWR-Staaten Liechtenstein, Norwegen und Island. 
Achtung:  Das EU-Roaming gilt nicht fĂŒr die Schweiz und Großbritannien. Allerdings gibt es etliche Mobilfunkanbieter, die das EU-Roaming auf die Schweiz und Großbritannien ausdehnen. Ebenso schließen vereinzelte Provider die TĂŒrkei ins kostenlose EU-Roaming ein. Genauere Informationen findest Du in den AGB Deines Anbieters.  

Die Fair-Use-Regelung fĂŒrs EU-Roaming 

Alles hat seine Grenzen. Auch das kostenfreie EU-Roaming. Die Verordnung der EuropĂ€ischen Union setzt voraus, dass der Mobilfunkkunde seinen Tarif im Ausland in angemessener Weise („Fair Use“), ihn also in Ă€hnlichem Umfang wie zu Hause nutzt.  

Die Mobilfunkanbieter haben das Recht, Obergrenzen zum Beispiel fĂŒr die Daten-Nutzung beim EU-Roaming festzulegen. Der Hintergrund: Dein Provider muss ein Datenkontingent beim auslĂ€ndischen Netzbetreiber erwerben. Das Roaming zum Inlandspreis soll jedoch wirtschaftlich fĂŒr die Betreiber bleiben. Daher hat die EU maximale Roamingentgelte fĂŒr Datendienste, Anrufe und SMS festgelegt, die sich die Provider gegenseitig in Rechnung stellen dĂŒrfen. Aktuell darf fĂŒr 1 GB Datenvolumen nicht mehr als 1,80 Euro (Stand: 2023) veranschlagt werden. Bis 2027 sinkt die Roaming-GebĂŒhr auf 1 Euro/GB.  

Überschreitest Du die von Deinem Provider festgelegte Obergrenzen, darf er Dir zusĂ€tzliche Roaming-GebĂŒhren in Rechnung stellen. Zuvor muss er Dich jedoch ĂŒber solche Obergrenzen informieren und Dich zusĂ€tzlich warnen, dass Du sie erreicht hast. Die Fair-Use-Regelung sorgt dafĂŒr, dass ein Kunde nicht dauerhaft einen gĂŒnstigeren Tarif im Ausland benutzt. Deswegen gibt es auch eine zeitliche Begrenzung fĂŒr das EU-Roaming.  

Datenlimits fĂŒr Prepaid & offene Datenpakete 

Als Besitzer eines Prepaid-Tarifs gilt fĂŒr Dich ebenfalls die EU-Roaming-Regelung: Du surfst und telefonierst zu den gleichen Konditionen wie zu Hause. Jedoch darf Dein Anbieter ein Datenlimit setzen. Der Grund: Dein Anbieter tritt gegenĂŒber dem fremden Netzbetreiber in Vorleistung. Er muss ein Datenkontingent beim Provider in Deinem Reiseland einkaufen. Das bei der Einreise aufgeladene Guthaben auf Deiner Prepaidkarte entscheidet darĂŒber, welches Datenvolumen Dir auf der Reise zur VerfĂŒgung steht. Zur Berechnung wird das Guthaben dividiert durch die Kosten, die bei Deinem Mobilfunkanbieter entstehen. Aktuell liegt die Obergrenze bei 1,80 Euro pro GB (Stand: 2023).  Reist Du also mit einem Guthaben von 20 Euro ein, steht Dir ein Mindestdatenvolumen von 11 GB zur VerfĂŒgung. Nutzt Du mehr Datenvolumen, kann Dein Provider Roaming-AufschlĂ€ge  in Höhe des Vorleistungsentgelts von maximal 1,80 Euro/GB verlangen.  

Auch fĂŒr HandyvertrĂ€ge mit unbegrenztem Datenvolumen dĂŒrfen Provider ein Limit fĂŒrs EU-Roaming festlegen. DarĂŒber mĂŒssen sie Dich bei der Einreise informieren. Das geschieht ĂŒblicherweise per SMS. Auch fĂŒr dieses Datenlimit gibt es eine Formel: Der Preis Deines Handytarifs ohne Mehrwertsteuer dividiert durch das Vorleistungsentgelt (1,80 Euro/GB | Stand: 2023). Das Ergebnis wird verdoppelt, damit Du ĂŒber ein Ă€hnliches Datenvolumen wie im Inland verfĂŒgen kannst. Überschreitest Du das Datenlimit wĂ€hrend des Roamings, kann Dein Provider einen Aufschlag fĂŒr die weitere Datennutzung berechnen. DarĂŒber muss er Dich im Vorfeld informieren, sodass Du entscheiden kannst, ob Du in die zusĂ€tzlichen Kosten einwilligst oder die Datenverbindung abschaltest.  

EU-Roaming ist zeitlich begrenzt 

Das EU-Roaming lĂ€sst sich zeitlich nicht unbegrenzt nutzen. Damit Du Deinen Handytarif im Urlaub zu den gleichen Bedingungen nutzen kannst wie zu Hause, darfst Du nicht mehr Zeit im Ausland verbringen. Im Rahmen der Fair-Use-Regel darf Dein Provider Dein Nutzungsverhalten ĂŒber einen Zeitraum von vier Monaten prĂŒfen. Stellt er dabei fest, dass Du mehr Daten ĂŒbers Roaming als im heimischen Netz verbraucht hast, darf er Dich um eine ErklĂ€rung bitten. Du hast dann 14 Tage Zeit, um darauf zu antworten und Dein Nutzungsverhalten zu Ă€ndern. Surfst und telefonierst Du weiterhin hĂ€ufiger im auslĂ€ndischen Netz, darf Dein Mobilfunkanbieter einen Roaming-Aufschlag berechnen.  

Roaming fĂŒr GrenzgĂ€nger 

Keine Sorgen mĂŒssen sich GrenzgĂ€nger machen. Liegen Dein Wohnort und Dein Arbeitsplatz in zwei verschiedenen EU-LĂ€ndern, darfst Du ebenfalls das kostenlose EU-Roaming nutzen. Du hast sogar die freie Wahl zwischen den Mobilfunkanbietern aus beiden LĂ€ndern. Entscheidend fĂŒr die Regelung der angemessenen Nutzung ist, dass Du Dich mindestens einmal pro Tag in Dein „heimisches“ Mobilfunknetz einbuchst.  

Weltweites Roaming: Das kostet das Surfen in fernen LĂ€ndern 

Ganz klar, innerhalb der EU-Staaten bist Du fein raus aus der Kostenfalle Roaming. Anders sieht es aus, wenn es Dich auf Deinen Reisen in andere mehr oder weniger ferne LĂ€nder verschlĂ€gt. Bevor Du das Internet im Ausland nutzt, empfiehlt es sich, dass Du Dich bei Deinem Mobilfunkanbieter ĂŒber die Roaming-GebĂŒhren fĂŒr Dein Urlaubsziel informierst und Dich nach Auslandstarif-Paketen erkundigst. Die Auslandspakete lassen sich tage- oder wochenweise zum Tarif dazubuchen und sind in der Regel gĂŒnstiger als eine minutengenaue Abrechnung. FĂŒr einen Überblick, welche Kosten das Surfen und Telefonieren im Ausland verursachen kann, zeigt unsere Tabelle beispielhaft die Roaming-GebĂŒhren einiger Anbieter:  

ReisezielTelekomo2klarmobil
AlbanienAusgehende Anrufe:  1,49 €/min 
Eingehende Anrufe: 0,69 €/min 
Daten: 5,95 €/300 MB (Daypass) 
Ausgehende Anrufe: 1,49 €/min 
Eingehende Anrufe: 0,69€/min 
Daten: 4,99 €/50 MB (Tagespass) 
Ausgehende Anrufe: 1,49 €/min 
Eingehende Anrufe: 0,69€/min 
Daten: 10,04 €/MB
USAAusgehende Anrufe:  1,49 €/min 
Eingehende Anrufe: 0,69 €/min 
Daten: 5,95 €/300 MB (Daypass) 
Ausgehende Anrufe: 2,49 €/min 
Eingehende Anrufe: 1,59€/min 
Daten: 4,99 €/50 MB (Tagespass) 
Ausgehende Anrufe: 1,49 €/min 
Eingehende Anrufe: 0,69€/min 
Daten: 10,04 €/MB 
ThailandAusgehende Anrufe:  2,99 €/min 
Eingehende Anrufe: 1,79 €/min 
Daten: 5,95 €/150 MB (Daypass) 
Ausgehende Anrufe: 2,49 €/min 
Eingehende Anrufe: 1,59€/min 
Daten: 4,99 €/50 MB (Tagespass) 
Ausgehende Anrufe: 2,99€/min 
Eingehende Anrufe: 1,79 €/min 
Daten: 16,18 €/MB 

Kostenfalle Mailbox 

Ein Kostenfaktor, der leicht ĂŒbersehen wird, ist die Mailbox. Werden Anrufe nach Reiseantritt auf die Mailbox umgeleitet, können zusĂ€tzliche Roaming-GebĂŒhren anfallen. Anrufe, die wĂ€hrend Deines Urlaubs an Deine Mailbox weitergeleitet werden, werden wie eingehende Anrufe abgerechnet. Hörst Du die Nachrichten spĂ€ter ab, entstehen weitere Kosten, da das Abhören der Botschaften wie ausgehende Anrufe nach Hause berechnet werden. Daher ist es ratsam, die Mailbox vor der Reise zu deaktivieren. Wie das funktioniert und wie Du die Mailbox nach Deiner RĂŒckkehr wieder einschaltest, erfĂ€hrst Du ĂŒber das MenĂŒ der Sprachbox. Ansonsten hilft Dir auch die Kundenhotline Deines Anbieters weiter. 

Technische Voraussetzungen fĂŒrs Roaming

Um im Ausland zu telefonieren und zu surfen, muss Dein Handy die Funkfrequenz des Reiselandes beherrschen. Weltweit gibt es vier Hauptfrequenzen fĂŒrs mobile Telefonieren: 850, 900, 1800 und 1900 MHz. Die Handys in Deutschland funken auf den Frequenzen 900 und 1800 MHz. Unter anderem in Nord- und SĂŒdamerika werden die anderen beiden Frequenzen verwendet.  In Japan und Korea wiederum kannst Du nur ĂŒber UMTS-Frequenzen mobil telefonieren. Der Funkstandard wird in Deutschland gar nicht mehr genutzt.  

Die aktuellen Smartphones beherrschen alle weltweit gĂ€ngigen Frequenzen und Mobilfunkstandards. Dennoch kann es auf Reisen zu Verbindungsproblemen kommen, weil in anderen LĂ€ndern eben andere Standards verwendet werden. In solchen FĂ€llen kannst Du auf WLAN-Spots, wie sie oft in CafĂ© und Hotels kostenlos angeboten werden, zurĂŒckgreifen. GesprĂ€che zu Deinen Lieben nach Hause fĂŒhrst Du dann via Messenger wie WhatsApp, also ĂŒber die Internetverbindung.  

Roaming auf Schiffen und im Flugverkehr

„Kostenberg voraus” kann es ganz schnell heißen, wenn Du Dein Smartphone auf dem Kreuzfahrtschiff oder im Flugzeug nicht in den Flugmodus versetzt. Immerhin hat die EU mit der ĂŒberarbeiteten Roaming-Verordnung diese Kostenfalle entschĂ€rft.  

Das Problem: Auf hoher See und ĂŒber den Wolken verbindet sich Dein Handy mit einem sogenannten nicht-terrestrischen Funknetz. Die Verbindungen zum Telefonieren oder Surfen werden via Satelliten aufgebaut. Anrufe ĂŒbers Satellitennetz schlagen mit bis zu 7 Euro pro Minute zu Buche, bis zu 30 Euro pro Megabyte verschlingt die Internetnutzung.  

Mit der seit 2022 geltenden Roaming-Verordnung der EU sind nun auch die Betreiber solcher Satellitennetze an Bord von Schiffen und Flugzeugen dazu verpflichtet, Handynutzer darĂŒber zu informieren, welche Kosten auf sie zurollen, wenn sich ihr GerĂ€t in das Bordnetz einbucht. Gleichzeitig mĂŒssen die Satellitennetzbetreiber eine sogenannte Opt-out-Möglichkeit bereitstellen. Du kannst also einfach die Nutzung des teuren Netzes verweigern. Als weiterer Schutz fĂŒr Verbraucher gilt die weltweite Kostenbremse nun auch auf Schiffen und in Flugzeugen. Hast Du die Obergrenze erreicht, stoppt die Datenverbindung automatisch.  

Übrigens bieten viele Reedereien und Fluggesellschaften WLAN-Pakete an. Dabei solltest Du trotzdem die mobile Datenverbindung Deines Handys deaktivieren. Bei einem schwachen WLAN-Signal wĂŒrde sich das Smartphone andernfalls aufs stĂ€rkere Signal des Satellitennetzes wechseln.  

Die weltweite Kostenbremse

Wenngleich Du in den EU-/EWR-Staaten unter der Devise „Roaming zu Inlandspreisen” Deinen Tarif wie gewohnt nutzt, hat die EuropĂ€ische Union einen Schritt weitergedacht und fĂŒr ihre BĂŒrgerinnen und BĂŒrger eine weltweite Kostenbremse in der Roaming-Verordnung installiert. Seit Juli 2022 gilt der sogenannte Kostenairbag nicht nur fĂŒr herkömmliche Mobilfunknetze, sondern auch fĂŒr die nicht-terrestrischen Mobilfunknetze, die an Bord von Schiffen und Flugzeugen ĂŒber Satellitenverbindungen errichtet werden.  

Dieser Kostenairbag liegt bei maximal 59,50 Euro. Hast Du die Grenze erreicht, soll die Datenverbindung automatisch gesperrt werden. Zudem muss Dich der Netzbetreiber darĂŒber informieren. Das geht in der Regel per SMS. Wie die Verbraucherzentrale berichtet, klappt dies nicht immer. Das hĂ€ngt davon ab, ob der Netzbetreiber im Ausland in der Lage ist, die dafĂŒr nötigen Informationen in Echtzeit zu liefern.  

Daten-Roaming aktivieren/deaktivieren

Möchtest Du Roaming im Ausland nutzen, musst Du die Funktion auf Deinem Handy aktivieren. In der Regel sind die meisten Smartphones so voreingestellt, dass sie Daten-Roaming zulassen. Sollte das nicht der Fall sein, findest Du die Funktion im MenĂŒ Einstellungen.  

  • So schaltest Du Roaming ein:

    Gehe zu Einstellungen (Zahnrad-Symbol im Schnellzugriff).

  • WĂ€hle das MenĂŒ Verbindungen aus  

    Der MenĂŒpunkt weicht von Hersteller zu Hersteller ab. Bei manchen heißt er beispielsweise Netzwerk & Internet.

  • Tippe auf Mobile Netzwerke, ein weiteres UntermenĂŒ öffnet sich.  

    Bei manchen GerĂ€ten findest Du die Roaming-Funktion unter dem MenĂŒpunkt SIM-Karten.

  • Schalte Daten-Roaming ein. Wahlweise deaktivierst Du die Funktion an dieser Stelle. 

Da Dir nur ein begrenztes Datenvolumen fĂŒrs Roaming zur VerfĂŒgung steht, ist es sinnvoll, Deine Apps daran zu hindern, im Hintergrund nach Belieben Daten zu verwenden. DafĂŒr gibt es den Datensparmodus. Auch diesen aktivierst Du rasch auf Deinem Handy.  

  • Gehe zu den Einstellungen. 
  • Rufe den MenĂŒpunkt Verbindungen beziehungsweise Netzwerk & Internet auf.
  • Unter Datennutzung findest Du den Datensparmodus. 
  • Schalte den Datensparmodus ein, der dafĂŒr sorg, dass Apps im Hintergrund keine Daten mehr senden und empfangen. Chat-Nachrichten oder E-Mails werden nicht mehr automatisch abgerufen, sondern erst, wenn Du die App öffnest.  

  • Gehe in die Einstellungen. 
  • Tippe auf Mobilfunk. 
  • Öffne nun die Datenoptionen. 
  • Hier hast Du die Möglichkeit, Roaming zu aktivieren/deaktivieren. Ebenso findest Du hier die Option Datensparmodus. Auf manchen iPhone-Modellen musst Du zunĂ€chst auf Datenmodus tippen, um anschließend den Datensparmodus auszuwĂ€hlen.

Unbeschwert in den Urlaub: Unsere Roaming-Tipps

  • Verreist Du innerhalb der EU oder nach Island, Norwegen oder Liechtenstein, nutzt Du Deinen Handyvertrag, als wĂ€rst Du in Deutschland unterwegs. Es fallen keine RoaminggebĂŒhren an. Aber Achtung: Großbritannien und Schweiz gehören nicht zur EU. Manche Provider schließen sie aber ins kostenlose EU-Roaming ein. Erkundige Dich vor Deiner Abreise bei Deinem Provider danach.  
  • Liegt Dein Reiseziel jenseits der EU-Grenzen, solltest Du Dich bei Deinem Mobilfunkanbieter nach den Roaming-Kosten fĂŒr das Reiseland und möglichen Roaming-Tarifen erkundigen.  
  • Eine Alternative zum Roaming-Tarif Deines deutschen Providers ist eine eSIM-Karte von einem Mobilfunkanbieter aus Deinem Reiseland. FĂŒr zahlreiche LĂ€nder lĂ€sst sich die eSIM problemlos ĂŒbers Internet buchen. Voraussetzung: Dein Handy ist eSIM-fĂ€hig.  
  • Auf dem Schiff oder im Flieger ist die mobile Datennutzung besonders teuer, weil sie via Satellitennetz aufgebaut wird. Daher solltest Du an Bord Roaming und mobile Datennutzung auf jeden Fall ausschalten. So können keine zusĂ€tzlichen Roaming-GebĂŒhren entstehen. Reedereien und Fluggesellschaften bieten WLAN-Pakete an, mit denen Du weiter surfen kannst.  
  • Die EuropĂ€ische Union hat in der Roaming-Verordnung einen weltweit geltenden Kostenairbag errichtet. Erreichst Du mit Surfen und Telefonieren die Obergrenze von 59,50 Euro, soll die Datenverbindung automatisch gekappt und Du darĂŒber informiert werden. Das klappt aber nicht in jedem Land zuverlĂ€ssig.  
  • Um Deinen Datenverbrauch im Ausland zu reduzieren, solltest Du den Datensparmodus Deines Handys aktivieren. Er sorgt dafĂŒr, dass Deine Apps bestĂ€ndig Daten austauschen oder Updates geladen werden.  

HĂ€ufige Fragen zum Roaming

Worauf muss ich beim Roaming achten? 

Welche Vorsichtsmaßnahmen Du ergreifen musst, um Kostenfallen beim Roaming zu vermeiden, hĂ€ngt von Deinem Reiseziel ab. Innerhalb der EU nutzt Du dank einer Verordnung der EuropĂ€ischen Union Deinen Handytarif im gleichen Umfang wie zu Hause. Bereist Du ein Nicht-EU-Land machst Du Dich am besten schlau ĂŒber die anfallenden Roaming-Kosten und informierst Dich ĂŒber Roaming-Pakete, die Du zu Deinem Tarif buchen kannst. Besonders teuer ist das Surfen und Telefonieren ĂŒber die Satellitennetze von Schiffen und Flugzeugen. An Bord schaltest Du am besten den Flugmodus ein, um alle Verbindungen zu trennen.   

Wie verhindere ich, in die Kostenfalle RoaminggebĂŒhren zu tappen?

Folgende Punkte solltest Du beachten, um zu verhindern in die Kostenfalle RoaminggebĂŒhren zu tappen: 

  1. Erkundige Dich vor Reiseantritt bei Deinem Provider nach den Kosten fĂŒrs Roaming im Reiseland.  
  2. Schließe einen Roamingtarif ab. Die Pakete fĂŒrs Ausland sind in der Regel gĂŒnstiger als die verbrauchsgenaue Abrechnung.  
  3. Aktiviere den Datensparmodus auf Deinem Handy. Damit senkst Du den Datenverkehr Deiner Apps. 
  4. Deaktiviere vor Reiseantritt Deine Mailbox. Das Hinterlassen und Abhören von Nachrichten kann die Kosten fĂŒrs Roaming in die Höhe treiben.  
  5. Schalte im Flugzeug und auf dem Schiff die mobile Datennutzung Deines Handys aus. So verhinderst Du, dass sich Dein Smartphone ungewollt ĂŒbers teure Satellitennetz an Bord mit dem Internet verbindet.

Wann muss ich Roaming aktivieren? 

Möchtest Du in einem anderen Land mit Deinem Handy mobil surfen, musst Du die Option Roaming in den Einstellungen Deines GerĂ€ts aktivieren. Vor der Reise solltest Du Dich auf jeden Fall ĂŒber die möglichen Roaming-GebĂŒhren informieren und gegebenenfalls einen gĂŒnstigen Roamingtarif Deines Providers buchen.  

Welche LÀnder sind im EU-Roaming? 

Das EU-Roaming gilt fĂŒr die 27 Mitgliedsstaaten der EuropĂ€ischen Union sowie die LĂ€nder des EuropĂ€ischen Wirtschaftsraumes. Im Einzelnen nutzt Du das kostenlose EU-Roaming in Belgien, Bulgarien, DĂ€nemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, in den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, RumĂ€nien, Slowakei, Slowenien, Schweden, Spanien, in der Tschechischen Republik, Ungarn und Zypern. 

Kann ich mit EU-Roaming im Ausland telefonieren? 

Ja, das kannst Du. Aus einem EU-Land telefonierst Du zu den gleichen Bedingungen wie in Deutschland. Bist Du beispielsweise in Frankreich unterwegs und rufst eine deutsche oder französische Nummer an, wird das GesprĂ€ch gemĂ€ĂŸ Deinem Tarifbedingungen so berechnet, als wĂŒrdest Du von Deutschland nach Deutschland telefonieren.  

Ist Roaming in der EU kostenlos? 

Ja, in den LĂ€ndern der EuropĂ€ischen Union und des EuropĂ€ischen Wirtschaftsraums ist das Roaming kostenlos, da Du Deinen Handyvertrag zu den gleichen Bedingungen nutzt wie in Deutschland. Allerdings können Roaming-AufschlĂ€ge anfallen, wenn Du Deinen Tarif entgegen der Fair-Use-Regelung im Ausland beanspruchst.

Jennys erstes Handy war ein Nokia 5110 im peppigen Blau. Seither weint sie der guten alten Telefonzelle keine TrĂ€ne mehr nach. Das Schreiben hat sie bei verschiedenen Tageszeitungen gelernt. Geht’s um Smartphones ist sie wegen ihres ĂŒber Jahre angehĂ€uften Know-hows die erste Anlaufstelle fĂŒr Familie und Freunde. 

12 Kommentare

  1. Hallo, wir waren vom 31.7. bis 07.08.2023 im Urlaub in der TĂŒrkei. Nach der Landung (31.07.) und deaktivieren des Flugmodus, ist die SMS mit mtl.Kostenlimit fĂŒr Datenroaming erreicht (59.90€).
    die gleiche SMS kam dann 2Tage spĂ€ter am 02.08. nochmal! also innerhalb von 3Tagen, durch die Monatsgrenzen ĂŒberschreitung! (das WLAN im Hotel muss wohl kurz nicht verfĂŒgbar gewesen sein)
    Nun ist der Abrechnungsmonat vom 20. bis 19. des Folgemonats. und mein Provider verlangt jetzt von mir 119€. also den Betrag von normalerweise 2Monaten…
    zudem dachte ich, dass man “aktiv” das Daten-Roaming in den Einstellungen wieder aktivieren muss! (Zumal es der Provider ja deaktiviert nach der Kostenbremse)
    Konkret gefragt: habe ich hier durch den Monatswechsel einfach Pech gehabt, oder ist der Provider auf den Abrechnungszeitraum begrenzt?
    MfG Conrad

  2. Moin! Wir waren kĂŒrzlich in der TĂŒrkei. Meine 12 jĂ€hrige Tochter hatte vergessen ihr Datenvolumen zu deaktivieren. Jetzt habe ich von meinem Anbieter eine Rechnung von ĂŒber 3700 Euro bekommen. Was kann ich dagegen machen.😱

    • Moin Uwe. Das ist mehr als Ă€rgerlich. Vor allem, weil es einen sogenannten Kostenairbag fĂŒrs internationale Roaming gibt, an den die deutschen Provider gesetzlich gebunden sind. Eigentlich hĂ€tte Deine Tochter mindestens zweimal ĂŒber die entstehenden Zusatzkosten informiert werden mĂŒssen. Außerdem hĂ€tte die Roamingverbindung unterbrochen werden mĂŒssen, wenn durch die Nutzung Kosten von 100 Euro entstanden sind. Das ist eine Regelung der Bundesnetzagentur, die in ihrem Blog erklĂ€rt, wie der Kostenairbag funktioniert:
      “Obwohl es sich um die europĂ€ische Roaming-Verordnung handelt, ist fĂŒr Reisende, die außerhalb der EU unterwegs sind, noch etwas entscheidend: Der „Kostenairbag“ schĂŒtzt vor unerwarteten Roaming-AufschlĂ€gen bei der mobilen Internetnutzung weltweit. Um einen Schock beim Erhalt der Rechnung zu verhindern, mĂŒssen Mobilfunkanbieter ihre Kundinnen zukĂŒnftig zweimal warnen. Zum ersten Mal passiert das bei der automatischen Preisgrenze von 50 Euro, zum zweiten Mal bei 100 Euro (jeweils zuzĂŒglich MwSt.). Ist die zweite Obergrenze erreicht, wird die Roaming-Datennutzung beendet. Die Datenverbindung bleibt unterbrochen, solange man nicht aktiv wird. Der Roaming-Anbieter sendet Informationen ans EndgerĂ€t und informiert ĂŒber Preise fĂŒr die Weiternutzung. Wer möchte, kann mit dem Wissen um die zusĂ€tzlichen GebĂŒhren sein EinverstĂ€ndnis zur weiteren Nutzung erklĂ€ren und so weitersurfen.”
      Meine Empfehlung angesichts der horrenden Rechnung, die der Provider gestellt hat: Wende Dich an die Beschwerdestelle der Bundesnetzagentur, die sich zum Verbraucherschutz genau mit solchen FĂ€llen auseinandersetzt. Bei der Verbraucherzentrale kannst Du Dir sicherlich Rat holen, wie sich die Zahlung der Rechnung aufschieben lĂ€sst. Ich kann Dir in solchen juristischen Fragen keine AuskĂŒnfte geben.
      Viele GrĂŒĂŸe, Jenny Bernard

  3. Hallo ich befinde mich gerade im Urlaub in Mazedonien. Ich habe ca. 200 mb benutzt bevor ich die sms gelesen habe in der steht das 50kb 49cent kosten. Das wĂ€ren dann ca 2000€ wenn meine Rechnung stimmt? Gibt es da keine kostengrenze? Muss ich das jetzt wirklich zahlen fĂŒr die paar Minuten internet die ich genutzt habe?
    Ich wĂ€re sehr dankbar fĂŒr hilfreiche antworten.

    Mit freundlichen GrĂŒĂŸen Thomas

    • Moin Thomas. Zu Deinem Pech gehört Mazedonien nicht zu den EU-Staaten, damit sind die Roaming-GebĂŒhren rechtens. Laut Verbraucherzentrale gilt fĂŒr Internationales Roaming eine weltweite Kostenbremse von 59,50 Euro. Ist der Rechnungsbetrag erreicht, sollte die mobile Datenverbindung seitens des Netzbetreibers automatisch gekappt werden. Das klappt aber nicht immer. Daher solltest Du fĂŒr den Rest des Urlaubs auf Nummer sicher gehen und die mobile Datenverbindung auf Deinem Handy ausgeschaltet lassen und ausschließlich ĂŒber WLAN ins Internet gehen. Nach Deiner RĂŒckkehr kannst Du Dich an die Verbraucherzentrale wenden, um zu erfahren, was Du tun kannst, wenn die Rechnung einen Betrag ĂŒber der weltweiten Kostenbremse ausweisen sollte. Viele GrĂŒĂŸe, Jenny Bernard

  4. Hey,

    Ich bin in Ägypten im Urlaub und habe ohne neue SIM Karte, also mit der, die ich in Deutschland nutze gelöschte Dateien aus dem Papierkorb wiederhergestellt. Als ich diese wiederhergestellt habe, stand da es können höhere Kosten fĂŒr das Wiederherstellen von Dateien beim Roaming anfallen. Muss ich die vielen MB, die ich wiederhergestellt habe bezahlen?

    • Moin Hendrik. Deine Frage lĂ€sst sich nicht pauschal beantworten. GrundsĂ€tzlich gilt natĂŒrlich: Nutzt Du im Ausland die Datenverbindung Deines Handys, fallen dafĂŒr Kosten an. Ausnahme: Innerhalb der EU-LĂ€nder verbrauchst Du Dein tarifliches Datenvolumen genauso wie innerhalb Deutschlands. Die Schlussfolgerung: Hast Du also in Ägypten keine WLAN-, sondern eine Mobilfunkverbindung verwendet, um zum Beispiel Daten wiederherzustellen, fĂ€llt das unter Daten-Roaming. DafĂŒr darf Dein Provider zusĂ€tzliche GebĂŒhren erheben. Solange Du nur Daten auf dem lokalen Speicher des Smartphones verschiebst, sollte dies keine Kosten verursachen. Anders ist es beispielsweise bei Fotos und Videos, die ursprĂŒnglich in der Cloud gespeichert sind. Dorthin werden sie aus dem Papierkorb auch wiederhergestellt. Viele GrĂŒĂŸe, Jenny

  5. Roaming ausserhalb der EU

    KĂŒrzlich vergaß ich das sofortige Ausschalten des Roaming fĂŒr ein paar Stunden in Tunesien. Der dortige Provider meldete sofort eine Datennutzung in Höhe der € 59,90-Grenze. Aktiv genutzt wurde die dafĂŒr notwendige Datenmenge aber nicht. Achtung: Hier liegt eine mittlerweile koordinierte und standardisierte Kostenfalle unterhalb des EU-Kommission-Radars!

    • Moin Michael. Vielen Dank fĂŒr die Warnung! Auch wenn Du bedauerlicherweise in die Kostenfalle gestolpert bist, bewahrt sie hoffentlich den einen oder anderen Leser davor. Viele GrĂŒĂŸe, Jenny Bernard

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