- Du hast ein Recht auf zeitgemäße Telekommunikationsversorgung
- Du kannst den Ausbau beim Vermieter anregen, aber nicht selbst beauftragen
- Bauliche Veränderungen sind ohne Zustimmung nicht erlaubt
- Die Hausanschlusskosten trägt grundsätzlich der Eigentümer
- Tarif und Router bezahlst Du selbst
- Einen Vertrag beim ausbauenden Anbieter musst Du nicht abschließen
- Eine Umlage von Kosten ist nur in gesetzlich engem Rahmen zulässig
Glasfaser – Alles, was Du vor dem Wechsel wissen musst
Im Überblick: Glasfaser
- Lohnt sich Glasfaser für Dich?
- Das spricht für Glasfaser und das solltest Du vorher wissen
- Mieter oder Eigentümer: Wer entscheidet und wer zahlt?
- Woran erkennst Du, dass Du bereits Glasfaser hast?
- Welche Kosten kommen auf Dich zu?
- Glasfaser-Glossar: Die wichtigsten Begriffe erklärt
- Brauchst Du einen neuen Router?
- Welcher Glasfaser-Tarif passt zu Dir?
- Häufig gestellte Fragen zu Glasfaser
Lohnt sich Glasfaser für Dich?
Ja, für die allermeisten Haushalte ist Glasfaser heute die richtige Entscheidung, und zwar spätestens dann, wenn mehr als ein Gerät gleichzeitig Bandbreite fordert oder Dein Upload wirklich arbeiten muss.
Kennst Du das? Der Videocall friert genau im falschen Moment ein und abends wird alles zäh, weil im ganzen Haus gestreamt wird. Das ist selten ein WLAN-Problem. Das ist die Internet-Leitung.
Glasfaser kennt dieses Problem nicht, denn hier fließt kein Strom, sondern Licht. Heraus kommt ein atemberaubend stabiler Anschluss, der auch dann liefert, wenn der ganze Haushalt gleichzeitig online ist, und der mit Deinem wachsenden Bedarf mühelos mithält.
Das spricht für Glasfaser und das solltest Du vorher wissen:
- Sehr hohe Geschwindigkeiten bis in den Gigabit-Bereich
- Stabile Verbindung, unabhängig von der Leitungslänge
- Kürzere Reaktionszeiten beim Gaming und in Videocalls
- Symmetrische Leistung, der Upload bricht nicht ein
- Geringerer Energieverbrauch
- Weniger CO2-Emissionen
- Zukunftssicher auf Jahrzehnte ausgelegt
- Die monatlichen Kosten liegen meist über DSL
- Noch nicht überall verfügbar
- Der Anschluss bedeutet einmaligen Installationsaufwand im Haus
- Die Mindestlaufzeit läuft bereits ab Vertragsschluss, auch wenn die Freischaltung später erfolgt
- Für Arbeiten am Gebäude braucht es immer die Zustimmung des Eigentümers
52,8 %
der Haushalte lagen Mitte 2025 im Versorgungsbereich eines Glasfasernetzes.
27,3 %
nutzen den Anschluss auch tatsächlich.
12,5 Mio.
Glasfaseranschlüsse hat allein die Telekom bis Ende 2025 aufgebaut.
Glasfaserausbau in Deutschland: Wo stehen wir wirklich?
Der Glasfaserausbau in Deutschland hat in den letzten Jahren deutlich an Fahrt aufgenommen.
Glasfaser-Ablauf: So entsteht Dein Glasfaseranschluss
Bevor Glasfaser ankommt, ist einiges zu tun – die Kabel müssen durch die Straße, ans Haus und bis zum Übergabepunkt im Gebäude.
Mieter oder Eigentümer: Wer entscheidet und wer zahlt?
Als Mieter
Als Eigentümer
- Du entscheidest, ob und wann ein Hausanschluss gelegt wird
- Du erteilst die Zustimmung für Tiefbau, Hauseinführung und Technikinstallation
- Während der Ausbauphase profitierst Du oft vom kostenlosen Anschluss
- Bei späterem Nachanschluss trägst Du die Kosten
- Die Inhouse-Verkabelung organisierst und finanzierst meist Du
- Unter rechtlichen Voraussetzungen kannst Du Kosten auf Mieter umlegen
- Du steigerst Immobilienwert und langfristige Vermietbarkeit
- In Wohnungseigentümergemeinschaften ist der Ausbau in der Regel zu dulden, wenn er zumutbar ist
Woran erkennst Du, dass Du bereits Glasfaser hast?
Hausübergabepunkt
Ein Verteilerkasten in der Nähe der Kabeleinführung, meist im Keller. Er ist die offizielle Schnittstelle zwischen dem Netz des Anbieters und Deiner Hausinstallation.
Gf-TA
Bei einem echten FTTH-Anschluss endet die Glasfaser in einer Teilnehmeranschlussdose in Deiner Wohnung.
ONT
Das kleine Kästchen zwischen TA-Dose und Router wandelt die Lichtsignale in ein elektrisches Signal um, wenn Du keinen Glasfaser-Router hast.
Glasfaser-Router
Steht bei einem LAN-Anschluss „WAN“ oder „Internet“, funktioniert Dein Router zusammen mit einem ONT. Ein kleiner rechteckiger SFP-Schacht bedeutet sogar, dass der Router direkt an die Glasfaser darf.
Ist Glasfaser bei Dir schon verfügbar?
Mach den Verfügbarkeitscheck und finde in wenigen Sekunden heraus, welche Glasfaser-Tarife an Deiner Adresse möglich sind.
Welche Kosten kommen auf Dich zu?
Hausanschluss während der Ausbauphase
- Eigentümer zahlt, meist kostenlos
- Wird die Straße ohnehin aufgegraben, entfallen die Anschlusskosten häufig komplett. Bei privaten Anbietern ist der kostenlose Anschluss oft an einen langfristigen Vertrag geknüpft.
Nachträglicher Hausanschluss
- Eigentümer zahlt
- Je nach Region, Grundstück und Verlegeverfahren können mehrere Tausend Euro anfallen. Genaue Zahlen nennen Anbieter auf Anfrage.
Inhouse-Verkabelung
- Eigentümer zahlt
- In Mehrfamilienhäusern kann eine aufwendigere Verkabelung durch Treppenhaus und Stockwerke nötig werden. Das erfordert Abstimmung mit der Hausverwaltung.
Monatlicher Tarif
- Mieter oder Eigentümer als Nutzer zahlt
- Achte auf den Effektivpreis über die gesamte Laufzeit. Viele Einstiegspreise gelten nur für eine begrenzte Aktionszeit.
Router
- Nutzer zahlt
- Kaufen oder mieten. Glasfaser-Router liegen je nach Modell zwischen 170 Euro und über 400 Euro.
Modernisierungsumlage
- Kosten werden auf Mieter umgelegt
- Nur unter bestimmten rechtlichen Voraussetzungen zulässig. Deine freie Anbieterwahl bleibt davon unberührt.
Glasfaser-Glossar: Die wichtigsten Begriffe erklärt
AON
Die aktive Variante des Glasfasernetzes. Viele Router bringen Steckmodule für AON und GPON gleich mit.
FTTB (Fiber to the Building)
Die Glasfaser endet am Gebäude, also im Keller oder am Hausübergabepunkt. Die Wohnungen sind über die bestehende Hausverkabelung angebunden.
FTTC (Fiber to the Curb)
Die Glasfaser reicht nur bis zum Verteilerkasten am Straßenrand. Der Rest läuft über Kupfer, was das Tempo begrenzt.
FTTH (Fiber to the Home)
Das Glasfaserkabel wird direkt bis in Deine Wohnung verlegt. Nur so bekommst Du die volle Leistung ohne Umwege über ältere Leitungen.
G.Fast
Eine Technik, die über bestehende Kupfer-Telefonleitungen höhere Geschwindigkeiten ermöglicht. Deutlich schneller als DSL, aber meist nur auf sehr kurzen Wegen wie vom Keller in die Wohnung.
Homes Connected
Gebäude, in die das Kabel bereits verlegt wurde.
Homes Passed
Gebäude, an denen die Glasfaserleitung bereits vorbeiführt, die aber noch nicht angeschlossen sind.
HÜP (Hausübergabepunkt)
Die Schnittstelle zwischen dem öffentlichen Netz und Deiner Hausinstallation. Bis hierhin ist der Netzbetreiber zuständig, danach Eigentümer oder Mieter.
NE3/NE4
Netzebene 3 ist die Glasfaser-Verlegung von der Straße bis zum Gebäude. Netzebene 4 ist die Glasfaser-Installation im Gebäude bis zur Wohnung beziehungsweise bis zum Router.
ONT (Optical Network Termination)
Das Glasfasermodem. Es wandelt die Lichtsignale der Glasfaser in elektrische Signale um, mit denen Dein Router arbeiten kann.
PoP (Point of Presence)
Der zentrale Netzknoten im Ausbaugebiet. Er verbindet das lokale Glasfasernetz mit dem Backbone und ist der Ort, an dem Dein Anschluss freigeschaltet wird.
Spleißen
Das dauerhafte Verschweißen von Glasfasern mit einem Lichtbogen-Schweißgerät. Zusammenstecken lassen sich Glasfasern nicht.
Helge erklärt Dir Glasfaser in unter 6 Minuten
Helge erklärt Dir, wie Glasfaser-Internet funktioniert, was hinter den Kürzeln steckt und worauf es beim Anschluss ankommt.
Brauchst Du einen neuen Router?
Nicht zwingend. Wurde bei Dir ein ONT installiert, kannst Du fast jeden üblichen Router weiternutzen. Er muss lediglich die gebuchte Geschwindigkeit unterstützen. Fehlt der ONT, brauchst Du einen Glasfaser-Router mit integriertem Modem.
Welcher Glasfaser-Tarif passt zu Dir?
Einen pauschal besten Anbieter gibt es übrigens nicht. Entscheidend ist am Ende, welcher Anbieter an Deiner Adresse verfügbar ist und dort die beste Qualität liefert.
ab 100 Mbit/s
Für 2 bis 3 Personen, die gleichzeitig streamen, surfen, im Homeoffice arbeiten und nebenbei Downloads laufen lassen.
ab 250 Mbit/s
Für Familien und WGs, die gleichzeitig in 4K streamen, arbeiten, Smart-Home-Geräte betreiben und Daten in die Cloud schieben.
ab 500 Mbit/s
Für große Haushalte und Technikfans: ideal für 4K-Streaming, Gaming, große Uploads und rasant schnelle Downloads.
Vorsicht an der Haustür: So erkennst Du Betrüger beim Glasfaser-Ausbau
Der Glasfaserausbau ist real und sinnvoll. Genau deshalb nutzen Betrüger und unseriöse Vertriebler ihn gezielt als Aufhänger für Haustürgeschäfte.
Häufig gestellte Fragen zu Glasfaser
Welche Optionen habe ich, wenn Glasfaser bei mir nicht verfügbar ist?
Für jetzt: Kabelinternet nutzt Koaxialkabel und erreicht Geschwindigkeiten bis zu 1 Gbit/s. DSL läuft über bestehende Telefonleitungen mit bis zu 250 Mbit/s und ist fast überall verfügbar. Mobiles Breitband über LTE oder 5G erreicht mit 4G bis zu 300 Mbit/s und mit 5G theoretisch sogar 1 Gbit/s. Welche Anschlussart an Deiner Adresse möglich ist, zeigt Dir unser Verfügbarkeitscheck.
Für später: Melde gemeinsam mit Deinen Nachbarn Interesse an. Viele Netzbetreiber machen den Ausbau in einer Region erst dann wirtschaftlich möglich, wenn eine Mindestanzahl an Haushalten vorab Interesse bekundet. Sprich außerdem Deine Gemeinde an, denn Bürgermeister und Gemeinderäte haben Einfluss darauf, wie schnell Genehmigungen erteilt werden und ob die Gemeinde bei Förderanträgen aktiv wird. Im Gigabit-Grundbuch des Bundes siehst Du adressscharf, wo Glasfaser verfügbar ist oder geplant wird.
Wie lange dauert es von der Planung bis zur Freischaltung?
Eine pauschale Antwort gibt es hier nicht. Befindet sich das Gebiet noch in der Vorvermarktung, können bis zu 24 Monate vergehen. Läuft der Ausbau bereits, dauert es in der Regel 6 bis 12 Monate. Ist der Hausanschluss schon vorhanden, erfolgt die Freischaltung oft innerhalb von 2 bis 6 Wochen.
Kann ich als Mieter Glasfaser ablehnen?
Ja. Niemand kann Dich zwingen, einen Vertrag abzuschließen oder den Anbieter zu wechseln. Der Einbau der Leitungen ins Haus wird in der Regel über Deinen Vermieter oder die Hausverwaltung geregelt und hat nichts mit Deinem persönlichen Internetvertrag zu tun. Du entscheidest selbst, ob und wann Du die neue Infrastruktur nutzen möchtest.
Werden die Kosten für den Glasfaserausbau auf Mieter umgelegt?
Die Hausanschlusskosten trägt grundsätzlich der Eigentümer. Beauftragt Dein Vermieter allerdings den Glasfaserausbau im Gebäude, kann er die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen als Modernisierungsumlage auf die Miete umlegen. Eine Umlage ist damit nur in gesetzlich engem Rahmen zulässig. Deinen Internetanbieter wählst Du davon unabhängig weiterhin frei.
Wie kommt die Glasfaser vom Keller in die Wohnung?
In Einfamilienhäusern wird der ONT meist direkt am Hausübergabepunkt im Keller installiert, von wo aus ein Ethernet-Kabel zum Router führt. In Mehrfamilienhäusern kann eine aufwendigere Inhouse-Verkabelung nötig sein, entweder über vorhandene Leerrohre oder über neue Kabelwege durch Treppenhaus und Stockwerke. Das erfordert in der Regel Abstimmung mit der Hausverwaltung.
Kann ich meinen alten Router mit Glasfaser weiterverwenden?
Das hängt davon ab, ob an Deinem Glasfaseranschluss ein ONT vorhanden ist. Wurde bereits ein ONT installiert, kannst Du viele herkömmliche Router weiterverwenden. Sie müssen lediglich die Geschwindigkeit Deines Anschlusses unterstützen. Ohne ONT funktioniert ein normaler DSL-Router nicht, da er das Lichtsignal nicht verarbeiten kann. In diesem Fall brauchst Du einen Glasfaser-Router mit integriertem Modem.