Android OS - Betriebssystem

 

Android – das beliebteste Betriebssystem

Android hat sich zum beliebtesten Betriebssystem der Welt gemausert. Das Open-Source-Projekt von Google ist seit 2017 auf mehr Geräten als Microsofts Windows installiert. Die von Google gegründete Open Handset Alliance setzte das Operating System (OS) erstmals 2008 auf einem Smartphone ein. Längst hat sich der Einsatzbereich des beliebten Betriebssystems erweitert: Android OS läuft auf Tablets, Wearables wie Smartwatches, auf Laptops und TV-Geräten. Die Software des US-amerikanischen Technologie-Riesen treibt 2,5 Milliarden aktive Geräte weltweit an. Mit einem Anteil von rund 86 Prozent dominiert das Google-Betriebssystem den Smartphone-Markt klar vor dem Konkurrenten Apple. Was macht das Android OS so erfolgreich?

 

Was hält Android als Betriebssystem für Nutzer bereit?

Googles Betriebssystem hat natürlich nicht als Platzhirsch den Markt betreten, doch im Gegensatz zu einst beliebteren Konkurrenten wie PalmOS oder Symbian hat Android eine Dominanz erreicht, die derzeit unumstößlich scheint. 86 Prozent aller Smartphones weltweit laufen mit Android. Der Rest sind iPhones. Alle anderen Betriebssysteme haben Apple und Google verdrängt – darunter auch das Microsoft OS Windows Phone oder Samsungs Bada. Klar sind vereinzelt noch andere Betriebssysteme in Smartphones am Werk. Doch ihre Zahl ist so gering, dass sie statistisch nicht ins Gewicht fallen. Wie hat Android nun diese Position erobert?


Ein entscheidender Faktor ist sicherlich die Tatsache, dass es sich bei Android um ein quelloffenes, freies Betriebssystem handelt. Allerdings gilt die Offenheit nur für das Betriebssystem. Die Codes der Apps – auch der Google-Anwendungen wie Gmail, Google Maps oder YouTube – bleiben verborgen. Dennoch hebt sich das Google OS durch den Open-Source-Status von Apples iOS ab: Die Software ist nicht an einen Smartphone-Hersteller gebunden. Die Hersteller können das Betriebssystem an ihre Geräte anpassen und ihr sogar eine individuelle Benutzeroberfläche geben. Für den Zugriff auf die Google-Apps und den Play Store benötigen die Hersteller jedoch eine Lizenz des US-amerikanischen Internetgiganten. Gewöhnlich verteilt Google die Lizenz freizügig. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hatte jedoch die Zusammenarbeit von Google und dem chinesischen Technik-Konzern Huawei untersagt. In der Folge nutzt der Smartphone-Hersteller zwar weiterhin Android als Betriebssystem, jedoch ohne die beliebten Google-Dienste.

 

Ob nun mit oder ohne Google-Apps ist das Open-Source-Betriebssystem Segen und Fluch zugleich: Der Smartphone-Nutzer kann einerseits unter zahllosen Modellen wählen, andererseits ist die Software etwas störungsanfälliger, weil der Deckel einfach auf so viele Töpfe passen soll.

 

Android bietet klare Vorteile

  • Du hast eine riesige Auswahl: Da Android OS an keinen Hersteller gebunden ist, gibt es Smartphones in allen Preisklassen und von verschiedenen Herstellern.
  • Google liefert monatliche Sicherheitsupdates aus.
  • Ganz individuell kannst Du die Benutzeroberfläche Deines Android-Smartphones über Widgets & Co. gestalten.
  • Organisieren, entspannen, lernen oder spielen: Was immer Du mit Deinem Android-Smartphone tun möchtest, die passende App findest Du im Google Play Store. Mehr als drei Millionen Anwendungen stehen im App Store zum Download bereit.
  • Android lässt sich intuitiv und komfortabel bedienen – egal, von welchem Hersteller das Smartphone stammt.
  • Der frei zugängliche Quellcode macht’s möglich: Versierte Nutzer können das System ganz nach ihren Bedürfnissen weiterentwickeln

 

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Die Nachteile von Android OS

  • Sicherheitslücken können über längere Zeit Dein Smartphone gefährden.
  • Bevor Android-Updates auf die Smartphones aufgespielt werden können, müssen die Hersteller die Software an die Konfiguration ihrer Geräte anpassen. Das verzögert je nach Hersteller die Auslieferung.
  • Vorsicht ist im Google Play Store geboten: Im Gegensatz zu Apple kontrolliert Google die bereitgestellten Apps nicht so intensiv. Da kann das Betriebssystem mit der falschen App schon mal ins Stolpern geraten. Oder die App wird zum Datenklau missbraucht.
  • Manchen Android-Nutzern ist Googles Einfluss zu mächtig. Doch der lässt sich beschränken.

 

Das aktuelle Android 11

den ersten Jahren veröffentlichte Google noch unregelmäßig neue Versionen des Android-Betriebssystems. Mittlerweile hat sich ein fester Rhythmus etabliert. Das neue Google OS erscheint jedes Jahr im Spätsommer. Natürlich mit neuen Funktionen und Features. Aktuell hat Google im September 2020 die Version Android 11 auf den Markt geworfen. Mit einigen Neuerungen möchte Google den Android-Nutzern das Leben erleichtern. Unsere Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Natürlich stecken noch viel, viel mehr Funktionen in Android – insbesondere Funktionen aus früheren Versionen wie der Split-Screen-Modus oder der Konzentrationsmodus.

 

 

 

Bubbles erleichtern bei Android 11 das Multi-Tasking. Kategorien bringen mehr Ordnung in die Benachrichtigungen.

Mehr Ordnung für die Benachrichtigungen

Leicht verliert man zwischen den vielen Benachrichtigungen aus Messenger-Diensten, sozialen Netzwerken und Nachrichten den Überblick. Android 11 schafft Abhilfe. Das Google-Betriebssystem sortiert die Meldungen nach Kategorien. In der Rubrik Unterhaltung versammeln sich die Chat-Nachrichten. Die Kategorie Benachrichtigen ist der Ort für die klassischen Meldungen. Stumm zugestellte Hinweise ordnet Android 11 in die dritte Kategorie ein.
Du kannst für noch mehr Ordnung sorgen, indem Du in den Unterhaltungen Nachrichten von Familie und engen Freunden nach oben ziehst. Android merkt sich Deine Einstellungen und schiebt so stets die wichtigen Nachrichten nach oben.

 

Bildschirmaufzeichnung

Screenshot war gestern: Mit Android 11 nimmst Du das Geschehen auf Deinem Display auf. Bildschirmaufzeichnung oder Bildschirmrekorder nennt sich die Funktion. Was auf Deinem Bildschirm passiert, kannst Du auch kommentieren. Das Mikrofon lässt sich bei Bedarf für die Aufnahme ebenfalls aktivieren. Außerdem werden die Berührungen auf Wunsch hervorgehoben. So kannst Du für Deine Oma eine Anleitung erstellen, wie sie WhatsApp benutzen kann. Der Bildschirmrecorder versteckt sich in Schnellmenü, dass Du vom oberen Displayrand herunterziehst.

 

App-Berechtigungen

Seit Android 10 können Nutzer differenziertere App-Berechtigungen verteilen. So kannst Du einer Anwendung den Zugriff auf Deinen Standort nur so lange erlauben, wie Du sie nutzt. Mit Android 11 hat Google die Möglichkeiten noch erweitert. Bei jedem App-Start entscheidest Du auf Wunsch neu über die Berechtigungen. Außerdem entzieht das Betriebssystem Apps, die Du länger nicht mehr verwendet hast, die erteilten Berechtigungen.

 

Mehr Sicherheit

Auch für die aktuelle Version des Android-Betriebssystems bringt Google monatliche Sicherheitsupdates heraus. Das handhabt der Internet-Riese bereits seit 2015 so. Hatte Google es bislang den Smartphone-Herstellern überlassen, die Updates zu verteilen, wählt der US-Konzern inzwischen einen direkteren Weg. Die monatlichen Sicherheitsupdates werden ab Android 11 direkt über den Google Play Store ausgeliefert. So ist Dein Android-Smartphone schneller und zuverlässiger geschützt.
Bereits länger an Bord ist App-Sandboxing. Besonders sensible Anwendungen kannst Du von anderen Apps isolieren. Auf diese Weise wird der Zugriff anderer Apps auf die besonders schutzwürdigen Daten unterbunden. Google Play Protect heißt das Programm, das täglich Deine Apps auf Malware prüft.

 

 

 

Android 11 wartet mit einem Zeitfenster für den Dark Mode und einer Steuerung fürs Smart Home auf.

 

Zeitfenster für den Dark Mode

Den Dark Mode hat Google bereits mit Android 10 eingeführt. Das dunkle Design schont die Augen – vor allem abends, da das Display weniger blendet. Zudem verbraucht der Dark Mode weniger Energie. So hält der Akku länger. Allerdings hat der US-Konzern für die aktuelle Version seines Betriebssystems an dem energiesparenden Modus gefeilt. Mit Android 11 lässt sich das dunkle Design für die Benutzeroberfläche zeitlich steuern. Du legst fest, zu welchen Uhrzeiten sich der Dark Mode einschalten soll. Das funktioniert sogar in Abhängigkeit von Sonnenaufgang und -untergang.

 

Die Anfänge: Wie Android den Mobilfunkmarkt eroberte

Eigentlich sollte Android ein Betriebssystem für Digitalkameras werden. Doch es kam anders. Bereits 2003 gründete Andy Rubin die Android Inc. Google übernahm das Start-up 2005. Nach der Übernahme fiel die Entscheidung, Android zu einem mobilen Betriebssystem für Smartphones zu formen. Im Oktober 2008 wurde mit dem HTC Dream das erste Android-Smartphone präsentiert – ein Jahr nach dem ersten iPhone.
Ein Jahr später fand das Google OS zu seinen besonderen Beinamen. Die Android-Version 1.5 taufte der Tech-Riese Cupcake. Eine Dekade lang trug das Betriebssystem süße Zusätze wie Gingerbread, Oreo und Pie. Doch mit Android 10 verabschiedete sich Google von den Süßigkeiten.
Als Google mit seinem Betriebssystem den Smartphone-Markt betrat, waren Handys mit Android zunächst eine kleine Nummer. Marktführer zu jener Zeit war Symbian OS, das die Nokia-Smartphones antrieb. Samsung war wie Blackberry mit einem eigenen Betriebssystem im Rennen. Auch Palm OS und Windows Mobile gab es zu jener Zeit noch. 2010 kam Android auf einen Marktanteil von 14 Prozent. Klassenprimus war Symbian OS mit rund 41 Prozent. Bereits ein Jahr später hatte Android das Nokia-Betriebssystem von der Spitze verdrängt. 2020 teilen Android und iOS den Smartphone-Markt untereinander auf: Rund 86 Prozent der Smartphones laufen mit dem Google-Betriebssystem.

 

Für wen eignet sich Android als Betriebssystem?

Die Frage „Android ja oder nein“ ist für manchen Nutzer gar nicht vorrangig eine Entscheidung übers Betriebssystem, sondern vielmehr eine des Geldes. Jeder Hersteller kann das offene Google OS nutzen. Das führt zu einer riesigen Auswahl – in jeder Preisklasse. Android-Smartphones gibt es bereits für rund 100 Euro. Android ist auch das Betriebssystem, mit dem Falt-Handys und die ersten 5G-Smartphones laufen.
Wer Wert darauf legt, sein Smartphone ganz individuell anzupassen, ist beim Android-Betriebssystem richtig. Die Screens lassen sich über Widgets ganz nach Belieben gestalten. Da sind beim Apple OS die Möglichkeiten stark eingeschränkt. Allein die Benutzeroberflächen der verschiedenen Hersteller machen die Android-Smartphones etwas individueller. Samsung nennt sein User Interface One UI, mit dem es Android einen eigenen Anstrich gibt. Bei OPPO erhältst Du ColorOS. Anhänger des unverfälschten Google-Betriebssystems werden unter den Android-One-Smartphones von Nokia und Motorola oder bei den Pixel Phones fündig.
Da Android die Basis ist, tut sich der Nutzer leicht beim Hersteller-Wechsel: Die grundlegenden Funktionen und Features sind gleich. Und seine Offenheit macht das Google OS sicher interessant für versierte Nutzer. Sie können das Betriebssystem sogar auf Code-Ebene ganz an ihre Bedürfnisse anpassen.